05.-10.07.2026 Fotoreise Lavendelzauber


10.07.2026 - Abreise

 

ie Nacht ist kurz. Nach dem Frühstück heißt es gegen 10:00 Uhr, sich von den Teilnehmer zu verabschieden, die ihre Reise individuell mit dem eigenen Fahrzeug fortsetzen. Mit den übrigen Gästen fahre ich zum Flughafen Marseille.

 

Aufgrund großer Gewitterzellen über den Alpen startet unser Rückflug mit mehr als einer Stunde Verspätung. Schließlich landen wir wieder sicher in Zürich.

 

Damit geht eine intensive und abwechslungsreiche Fotoreise mit einer motivierten Gruppe und vielen eindrucksvollen Fotomotiven zu Ende. Die einzige Herausforderung in diesem Jahr war die außergewöhnliche Hitze, die die Lavendelblüte deutlich beschleunigte und damit auch eine ungewöhnlich frühe Ernte zur Folge hatte. Dadurch mussten wir unser Programm an einigen Stellen flexibel anpassen. Dank dieser spontanen Änderungen konnten wir jedoch alle geplanten fotografischen Höhepunkte erleben und zahlreiche unvergessliche Bilder mit nach Hause nehmen.


09.07.2026 - Gorges de Verdon - Milchstraße

 

Auch heute Nacht sinken die Temperaturen auf angenehme 19 °C, bevor das Thermometer tagsüber wieder auf rund 37 °C klettert. Erneut steht ein Tagesausflug auf dem Programm. Um 11:00 Uhr brechen wir in den nördlichen Teil der Verdon-Schlucht auf.

 

Im Gegensatz zur vergangenen Woche herrscht heute deutlich mehr Verkehr. Die Aussichtspunkte am Eingang der Schlucht mit ihrem spektakulären Blick auf den Fluss und den riesigen Stausee können wir wegen der völlig überfüllten Parkplätze leider nicht besuchen.

 

Kurz nach Mittag erreichen wir La Palud-sur-Verdon, wo wir unsere Mittagspause einlegen. Anschließend folgen wir der Panoramastraße entlang der Canyonkante und legen an mehreren Aussichtspunkten Fotostopps ein. Die Ausblicke tief hinunter in die imposante Schlucht sind jedes Mal aufs Neue beeindruckend. An zwei Viewpoints beobachten wir Gänsegeier, die elegant die Thermik nutzen und ihre Kreise über dem Canyon ziehen. Leider befinden sich die Vögel heute deutlich weiter entfernt als noch vor einigen Tagen.

 

Der Rundkurs führt uns schließlich wieder zurück nach La Palud-sur-Verdon, wo wir der Hitze mit einem leckeren Eis trotzen, bevor wir die Rückfahrt nach Gréoux-les-Bains antreten.

 

Das letzte gemeinsame Abendessen dieser Fotoreise genießen wir in einem schönen Restaurant wenige Minuten außerhalb des Ortes. Anschließend bleibt noch Zeit für eine kurze Pause, bevor wir um 23:00 Uhr erneut auf das Plateau von Valensole fahren.

 

Im Vergleich zur vergangenen Woche steht uns heute ein deutlich längeres Zeitfenster zur Verfügung, in dem das galaktische Zentrum der Milchstraße über dem Horizont sichtbar ist, bevor der Mond gegen 01:45 Uhr aufgeht. Als Vordergrundmotiv wählen wir erneut das kleine weiße Häuschen mit der Zypresse. Für fast alle Teilnehmer ist dies die erste Begegnung mit der Astrofotografie. Deshalb nehmen wir uns ausreichend Zeit, um die Kameras optimal einzurichten und die wichtigsten Einstellungen zu erklären. Bis gegen 01:30 Uhr fotografieren wir unter dem beeindruckenden Sternenhimmel, bevor wir müde, aber mit vielen gelungenen Aufnahmen und neuen Erfahrungen im Gepäck ins Hotel zurückkehren.


08.07.2026 - Roussillon - Kloster Sénanque - Gordes 

 

ach dem Frühstück nehmen wir uns etwas Zeit, um die Time-Blending-Aufnahmen vom Vorabend am Computer zusammenzusetzen. Dabei lernen die Teilnehmer den Workflow kennen, mit dem sich die Aufnahmen aus der Goldenen und Blauen Stunde zu stimmungsvollen Bildern kombinieren lassen.

 

Nach einer kühlen Nacht mit 17° C steigt das Thermometer heute bis auf 39° Celsius.

 

Um 11:00 Uhr brechen wir auf und fahren über Manosque in rund 1¼ Stunden in den malerischen Ort Roussillon westlich unseres Standorts. Dort legen wir unsere Mittagspause ein und erkunden anschließend mit der Kamera die wunderschöne Altstadt. Roussillon zählt zu den schönsten Dörfern der Provence und ist berühmt für seine leuchtenden Ockerfelsen und farbenfrohen Häuser. Die ehemaligen Ockersteinbrüche und die verwinkelten Gassen machen den Ort zu einem der bekanntesten Fotomotive des Luberon.

                                                                                  

Unser nächstes Ziel, das Kloster Sénanque, ist nur etwa 15 Minuten entfernt. Auf der Fahrt dorthin durchqueren wir Gordes – jenes malerische Bergdorf, das wir später am Abend zum Sonnenuntergang fotografieren werden. Die Abbaye Notre-Dame de Sénanque wurde im 12. Jahrhundert als Zisterzienserkloster gegründet und zählt heute zu den bekanntesten Wahrzeichen der Provence. Besonders berühmt ist sie für die Lavendelfelder, die sie während der Blütezeit umgeben. Nach einer ausgiebigen Fotosession setzen wir unsere Fahrt fort und kehren nach Gordes zurück, wo wir uns vor dem Abendprogramm noch eine kurze Pause gönnen.

 

Aufgrund der Erfahrungen der Vorwoche verfolgen wir heute eine besondere Strategie. Damals erschien nur rund zehn Minuten nach dem Aufbau unserer Stative an der besten Fotolocation eine große Fotoreisegruppe. Deshalb wollen wir den relativ kleinen Aussichtspunkt heute bewusst früh besetzen. Im Nachhinein hätte sich jedoch gezeigt, dass wir uns deutlich mehr Zeit hätten lassen können: Erst mehr als zwei Stunden später trifft eine deutsche Fotoreisegruppe am Aussichtspunkt ein.

 

Wir genießen die gesamte Goldene Stunde bis zum Sonnenuntergang gegen 21:20 Uhr und fotografieren anschließend auch während der Blauen Stunde weiter. Bis zum Einbruch der Dunkelheit entstehen zusätzliche Aufnahmen der beleuchteten Häuser und Straßen, die sich später hervorragend für Time-Blending-Kompositionen eignen. Im Vergleich zu den vergangenen Jahren fällt allerdings auf, dass die markanten Felsbereiche unterhalb der Altstadt nachts nicht mehr angestrahlt werden, wodurch ein prägendes Gestaltungselement der nächtlichen Ansicht fehlt.

 

Gegen 22:00 Uhr packen wir unsere Ausrüstung zusammen. Nach der rund eineinhalbstündigen Rückfahrt erreichen wir unser Hotel kurz vor Mitternacht – müde, aber mit vielen gelungenen Aufnahmen im Gepäck.


07.07.2026 - Les Mées - Sisteron

 

Nach dem Frühstück treffen wir uns im Seminarraum des Hotels zu einer Theorie-Session, in der wir die Bilder des Vortages bearbeiten. Für viele Teilnehmer sind Techniken wie Focus Stacking und Time Blending Neuland. Schritt für Schritt zeige ich am Computer den gesamten Workflow und erkläre, wie die einzelnen Aufnahmen zu einem fertigen Bild zusammengefügt werden.

 

Anschließend gehen wir gemeinsam zum Mittagessen in die Stadt, bevor wir gegen 14:00 Uhr aufbrechen. Unser erstes Ziel sind die imposanten Felsformationen der Les Pénitents de Mées. Dort beschäftigen wir uns mit der Panoramafotografie – ebenfalls ein neues Thema für die meisten Teilnehmer:innen. Die markanten Felsen bieten dafür ein ideales Übungsmotiv.

 

Nach rund 25 Minuten Fahrt erreichen wir Sisteron, unser Tagesziel. Während eines Fotowalks durch die malerische Altstadt zeige ich den Gästen zahlreiche interessante Fotospots und erkläre, welche Motive sich besonders für die Straßenfotografie eignen. Die Zeit vergeht wie im Flug, und um 19:00 Uhr treffen wir uns zum Abendessen in einem der vielen gemütlichen Restaurants.

 

Gegen 20:00 Uhr holen wir Stative und Filter aus dem in der Nähe geparkten Bus und beziehen unseren Standort auf der Terrasse außerhalb der Altstadt. Von hier aus eröffnet sich der klassische Blick auf den markanten Felsen, die historische Häuserzeile und die Brücke über den Fluss – eines der schönsten Fotomotive von Sisteron. Hier setzen wir das zuvor Gelernte in die Praxis um und erstellen die notwendigen Aufnahmen für ein Time Blending: stimmungsvolle Landschaftsbilder während der Goldenen und Blauen Stunde sowie später die Lichtspuren der vorbeifahrenden Autos.

 

Gegen 22:30 Uhr packen wir unsere Ausrüstung zusammen und treten die Rückfahrt an. Aufgrund einer Sperrung der Autobahn werden wir jedoch über Nebenstraßen umgeleitet. Die Ausweichroute ist deutlich länger, sodass wir erst nach Mitternacht wieder im Hotel eintreffen.


06.07.2026 - Plateau de Valensole                                                                                                                 

 

Trotz der kurzen Nacht treffen wir uns bereits um 04:30 Uhr in der Lobby des Hotels zur Abfahrt an unsere Sonnenaufgangslocation. Nach rund 20 Minuten Fahrt erreichen wir das Lavendelfeld mit dem alten Steinschuppen auf dem Plateau. Natürlich sind wir gespannt, ob das Feld inzwischen geerntet wurde. Doch zu unserer Erleichterung ist noch alles unversehrt, und wir können unsere Ausrüstung in Ruhe aufbauen und auf das erste Licht warten. Mit angenehmen 19 °C ist es für Provence-Verhältnisse erstaunlich kühl.

 

Zum ersten Mal während der vergangenen zehn Tage zeigt sich eine intensive Morgenröte – leider jedoch nur entlang eines schmalen Wolkenstreifens am Horizont. Sobald die Sonne über den Bergrücken steigt, wechseln wir auf die Sonnenseite des Steinschuppens. Die langen Schatten, die wir selbst werfen, machen Aufnahmen von dieser Seite jedoch nahezu unmöglich.

 

Nach dem Frühstück holen wir die vom Vortag verschobene Einführungspräsentation nach. Anhand von Bildern und Informationen stelle ich den Teilnehmer den Ablauf der kommenden Tage sowie die fotografischen Themen vor, die uns während der Reise begleiten werden.

 

Nach einer kurzen Erholungspause fahren wir erneut mit unserer Ausrüstung hinauf auf das Plateau. Zwischen Valensole und Puimoisson besuchen wir mehrere schöne Lavendel- und Sonnenblumenfelder, an denen wir uns der Detailfotografie der Pflanzen widmen. Anschließend gönnen wir uns zur Abkühlung ein leckeres Eis, bevor wir im kleinen Dorfladen von Valensole unser Abendessen für ein Picknick einkaufen und zu unserer geplanten Sonnenuntergangslocation fahren.

 

Dort können wir in aller Ruhe essen und sind gegen 20:00 Uhr bereit, unsere Fotoausrüstung aufzubauen und die Bildkomposition vorzubereiten. Unser Motiv sind die markanten Lavendelreihen, die auf einen einzelnen Baum am Horizont zulaufen. Alles passt perfekt – bis auf die erneut fehlenden Wolken. Dennoch werden wir mit einem wunderschönen Sonnenstern belohnt, der sich bereits kurz vor Sonnenuntergang an der Horizontkante zeigt. Kurz nach Sonnenuntergang packen wir unsere Ausrüstung zusammen und fahren zurück ins Hotel.


05.07.2026 - Anreise der Gäste                                                                                                                   

 

Nach dem Transfer der Teilnehmer der ersten Provence-Fotoreisegruppe warte ich am Flughafen auf die Ankunft der Gäste der zweiten Gruppe. Mit leichter Verspätung treffen sie ein, und wir machen uns bei mittlerweile 37 °C auf die gut einstündige Fahrt zu unserem Hotel.

 

Unterwegs legen wir einen kurzen Abstecher zu dem Lavendelfeld ein, das wir ursprünglich am nächsten Morgen zum Sonnenaufgang fotografieren wollten. Dabei kommen wir auch am berühmten „China-Feld“ vorbei – jenem bekannten Lavendelfeld mit den zwei markanten Bäumen im Hintergrund, das eigentlich erst für den nächsten Abend vorgesehen war. Zu meiner Überraschung ist jedoch bereits rund ein Drittel des Feldes abgeerntet.

 

Kurzerhand ändere ich unseren Plan. Statt eines frühen Feierabends brechen wir bereits um 20:00 Uhr zum China-Feld auf. Dort können sich die Teilnehmer mit meiner Unterstützung zum ersten Mal fotografisch in den Lavendelfeldern ausprobieren. Gegen Sonnenuntergang füllt sich die Location erneut mit zahlreichen Besucher. Leider dominiert auch heute wieder ein wolkenloser Himmel, sodass spektakuläre Farben ausbleiben. Nach Sonnenuntergang färbt sich der Himmel für kurze Zeit in ein schönes Orange, bevor die Farben langsam verblassen. Für uns ist dies der ideale Zeitpunkt, nach einem langen und ereignisreichen Tag ins Hotel zurückzukehren.

 

Ich vermute, dass das gesamte Feld in den kommenden Tagen geerntet wird und damit als Fotomotiv nicht mehr interessant sein dürfte. Zudem fällt auf, dass die Blütenstände deutlich weniger Blüten tragen als noch in der vergangenen Woche. Dadurch wirken die Lavendelreihen nicht mehr so intensiv violett wie zuvor. Alles deutet darauf hin, dass dieses ikonische Feld schon bald verschwinden wird.