04.-11.01.2026 Fotoreise Island Polarlicht Golden Circle


11.01.2026 - Abreise

 

Heute Morgen brechen wir bereits um 04:30 Uhr zum rund 11 Kilometer entfernten Flughafen Keflavík auf, von wo aus unsere Rückflüge gegen 07:20 Uhr starten. Die Rückgabe des Mietwagens sowie der Check-in verlaufen reibungslos und ohne Verzögerungen.

 

Nach einer intensiven und wunderschönen Woche mit einer grossartigen Gruppe heisst es nun Abschied nehmen. Für einige der Erstbesucher hat Island mit Sicherheit seine ganz eigene Wirkung entfaltet – die berühmte Island-Sucht dürfte geweckt worden sein. Und wer weiss: Vielleicht sieht man sich eines Tages wieder auf einer gemeinsamen Fotoreise in das faszinierende Land aus Feuer und Eis.

 


10.01.2026 - Thingvellir - Gardur

 

Trotz der intensiven Polarlichtjagd der vergangenen Nacht beginnt der Tag früh. Um acht Uhr sitzen wir beim Frühstück, um halb zehn brechen wir auf. Heute verlassen wir unser Hotel im Golden Circle und fahren zurück in die Nähe des Flughafens, wo wir unsere letzte Nacht in Island verbringen werden. Die Fahrt führt uns in gut einer Stunde in den Thingvellir-Nationalpark, einen Ort von besonderer landschaftlicher und historischer Bedeutung.

 

Unser erster Halt gilt dem Oxarafoss, der zu dieser Jahreszeit fast vollständig vereist ist. Der Wasserfall liegt direkt an der markanten Abbruchkante zwischen der amerikanischen und der europäischen Kontinentalplatte – ein stiller, kraftvoller Ort, an dem man die Erdgeschichte förmlich sehen kann. Anschliessend fahren wir hinunter in die Ebene zur kleinen Kirche von Þingvellir. Dieses schlichte, weisse Bauwerk wirkt wie ein stilles Juwel in der weiten Landschaft und ist natürlich ein Pflichtmotiv für unsere Kameras. Die heutige Kirche wurde 1859 errichtet und ersetzte einen älteren Bau; der Glockenturm kam 1907 hinzu, ein Detail, das sich noch heute auf der Wetterfahne ablesen lässt. Der Ort selbst reicht jedoch viel weiter zurück: Den Sagen zufolge stand hier bereits seit dem Jahr 1017 eine Kirche, nur wenige Jahre nach der offiziellen Christianisierung Islands.

 

Im Nationalpark legen wir unsere Mittagspause ein, bevor wir zur Aussichtsplattform auf der amerikanischen Platte hinauffahren. Von hier aus öffnet sich der Blick über die gewaltige Spalte, die weite Ebene und den grossen See mit seinen aktiven Kraterhügeln. Die Temperaturanzeige zeigt minus 10,5 Grad, doch der Wind lässt die Kälte noch deutlich schärfer erscheinen. Es ist einer dieser Momente, in denen man die Landschaft nicht nur sieht, sondern körperlich spürt.

 

Nach diesem letzten Fotostopp führt uns der Weg über Reykjavík zu unserem Hotel in Garður, ganz im Nordwesten der Reykjanes-Halbinsel. Vor dem Abendessen in Keflavík bleibt Zeit zur freien Verfügung. In der ruhigen Atmosphäre des Ortes greifen wir noch einmal zur Kamera und fotografieren das kleine, fast märchenhafte Häuschen gegenüber dem Hotel, das in der Blauen Stunde vor einem zartrosa Himmel besonders schön zur Geltung kommt.

 

Obwohl die Wetterprognose für den Abend eigentlich bedeckten Himmel ankündigt, zeigt sich der Himmel nahezu wolkenfrei. Gleichzeitig steigt der KP-Index kontinuierlich an und erreicht schliesslich den Wert 5. Ein gutes Bauchgefühl stellt sich ein – die Vorfreude auf eine mögliche Polarlichtnacht wächst. Bereits während des Abendessens lohnt sich ein kurzer Blick nach draussen: Erste Bögen und tanzende Lichtformen sind tatsächlich zu erkennen.

 

Wir kehren sofort ins Hotel zurück, packen unsere Ausrüstung zusammen und sind nach fünfzehn Minuten bereit zur nächsten Polarlichtjagd. Unser Ziel ist der alte Leuchtturm von Garður. Zu unserer Überraschung sind wir dort fast allein; nur ein weiterer Fotograf hat sich eingefunden. Wir bauen unsere Stative auf, und was sich zwischen halb acht und halb neun am Himmel abspielt, übertrifft alle Erwartungen. Ein wahres Feuerwerk aus Licht entfaltet sich über uns. Die stärkste Welle zeigt intensive Farben in Grün, Gelb, Rot, Lila und Rosa und bewegt sich mit unglaublicher Geschwindigkeit über das Firmament. Eine solche Dynamik und Farbvielfalt habe ich selbst bei meinen zahlreichen Polarlichtsichtungen nur selten erlebt.

 

Nach etwa einer Stunde lässt die Intensität langsam nach. Wir fahren zurück ins Hotel und lassen den Abend gemeinsam an der Bar ausklingen, stossen auf dieses aussergewöhnliche Erlebnis und auf einen perfekten Abschluss unserer Polarlichtreise an. Selbst vom Zimmerfenster aus bleibt das Polarlicht die ganze Nacht hindurch sichtbar – ein leiser, magischer Abschiedsgruss Islands.


09.01.2026 - Bruarfoss - Geysir

 

Da wir uns für einen Besuch des Nationalparks Þingvellir erst auf der Rückfahrt in Richtung Flughafen am Samstag entscheiden, nutzen wir den heutigen Tag, um bereits bekannte Fotolocations erneut aufzusuchen und bisher fehlende Aufnahmen zu realisieren. Ein besonderer Wunsch gilt Detailaufnahmen vom Bruarfoss.

 

Wir starten um 09:30 Uhr und sind – wie schon beim letzten Besuch – zunächst fast allein vor Ort. Erst gegen 11:00 Uhr treffen die Reisebusse ein und die Location wird deutlich belebter. Bei Temperaturen um −4 °C fühlt sich das Wetter dank Windstille angenehm an.

 

Gegen 12:00 Uhr fahren wir weiter in Richtung Geysir. Unterwegs legen wir unseren „obligatorischen“ täglichen Kirchen-Fotostopp an der modernen Úthlíðarkirkja ein. Die Kirche wirkt feierlich und elegant, ist weithin sichtbar und prägt die umliegende Landschaft. Sie wurde 2005/2006 zum Gedenken an Ágústa Ólafsdóttir errichtet, die Ehefrau des Landwirts Björn Sigurðsson aus Úthlíð, die im Herbst 2004 unerwartet verstarb.

 

Nach dem Mittagsstopp im Geysir Visitor Center verbringen wir die Zeit bis zum Sonnenuntergang am Geysir selbst. Die tief stehende Sonne sorgt für eine besondere Lichtstimmung, und wir können mehrere Ausbrüche sowie Details der charakteristischen blauen Wasserblase zu Beginn eines Geysir-Ausbruchs fotografieren. Anschließend fahren wir zurück ins Hotel.

 

Vor dem Abendessen prüfe ich die Vorhersagen für eine mögliche Polarlichtnacht. Nahezu alle Wetterdienste und Polarlicht-Apps sagen eine geschlossene Wolkendecke über dem Süden Islands voraus. Zwar liegt die vorhergesagte Aktivität mit einem KP-Index von 3 etwas höher als an den Vortagen, doch die Prognosen bleiben pessimistisch. Zu diesem Zeitpunkt ist der Himmel jedoch klar, und einzig die Seite von vedur.is sagt ebenfalls wolkenfreie Bedingungen voraus. Mein Bauchgefühl sagt mir, dass wir es wagen und in der Nacht noch einmal zum Bruarfoss fahren sollten.

 

Bereits zur Abendessenszeit zeigt sich im Nordosten ein erster flacher Polarlichtbogen. Als die Intensität weiter zunimmt, brechen wir um 20:30 Uhr auf und erreichen den Bruarfoss gegen 21:00 Uhr. Die Aktivität hat deutlich zugelegt, und die Polarlichter tanzen direkt über dem Wasserfall. Wir bauen zügig unsere Ausrüstung auf und beginnen zu fotografieren. Mit -9° C ist die Temperatur wieder deutlich gesunken. Ohne Wind lässt sie sich aber gut aushalten.

 

Was für eine außergewöhnliche Kombination: einer der schönsten Wasserfälle Islands, darüber Polarlichter in Grün, Rot und Lila. Wir sind nicht ganz allein – neben zwei bis drei Kurzbesuchern bleibt lediglich ein weiterer Fotograf länger vor Ort. Ich nehme über 300 Intervallaufnahmen auf, in der Hoffnung, daraus später ein Zeitraffer-Video erstellen zu können. 

 

Gegen 22:30 Uhr lässt die Intensität des Naturschauspiels spürbar nach. Wir packen zusammen und fahren zurück ins Hotel. Bei unserer Ankunft ist das Polarlicht noch immer am Himmel sichtbar und wird uns vermutlich auch in der Nacht weiter begleiten.

 

Zufrieden und erfüllt genießen wir unsere letzte Nachtruhe im Golden Circle.


08.01.2026 - Hjalparfoss - Þjóðveldisbær - Stóra-Núpskirkja

 

Nach dem langen Polarlichtausflug in der Nacht und der Wetterwarnung des isländischen Wetterdienstes für den heutigen Tag gehen wir es ruhig an. Bis zum Mittag kümmern wir uns um unsere Bilder und beobachten, wie sich die Wetterlage entwickelt. Windgeschwindigkeiten von bis zu 80 km/h sowie noch stärkere Böen sind angekündigt. Der Himmel ist stark bewölkt, die Temperatur ist deutlich auf etwa –1 °C angestiegen.

 

Als sich abzeichnet, dass die ebenfalls gemeldeten Schneefälle eher im Südosten auftreten, brechen wir gegen 12:00 Uhr doch auf. Über Arnes erreichen wir nach etwa einer Stunde Fahrt den Hjálparfoss am Rand des Aufstiegs ins Hochland. Der Wasserfall ist vollständig vereist. Sein Name bedeutet übersetzt „Hilfewasserfall“ und leitet sich von der Region Hjálp ab. Diese Bezeichnung geht darauf zurück, dass Reisende nach der gefährlichen Durchquerung der wüstenhaften Inlandsstrecke Sprengisandur hier früher erstmals wieder Wasser und Weideflächen für ihre Pferde fanden.

 

Von hier ist es nicht weit bis zum Torfhof Þjóðveldisbær. Dabei handelt es sich um den originalgetreuen Nachbau des wikingerzeitlichen Hofes Stöng, der beim Ausbruch des Vulkans Hekla im Jahr 1104 unter Asche begraben wurde. Die Rekonstruktion besteht aus drei Gebäuden, darunter ein Langhaus, und wurde 1974 anlässlich des 1100-jährigen Jubiläums der Besiedlung Islands begonnen.

 

Auf dem Rückweg legen wir noch einen kurzen Stopp an der kleinen Kirche Stóra-Núpskirkja ein, die etwas abseits der Hauptstraße auf dem Gelände eines Hofes liegt. In Arnes machen wir einen Tank- und Kaffeestopp, bevor wir zu unserer Unterkunft zurückfahren.

 

Die dichte Bewölkung hängt weiterhin über der Landschaft. In der Nacht gibt es kurzzeitig Auflockerungen, und hinter der Wolkendecke ist ein recht intensives, dunstiges Polarlicht zu erkennen. Da jedoch klare Strukturen und Formen fehlen, warten wir ab. Gegen Mitternacht ist der Himmel wieder vollständig bedeckt.


07.01.2026 - Bruarfoss - Fludir - Faxifoss

 

Heute steht ein ganz besonderes Highlight auf dem Programm. Der Brúarfoss zählt für mich zu den schönsten Wasserfällen Islands. Lange gilt er als Geheimtipp, doch seit dem Bau einer neuen Straße und eines Parkplatzes nur etwa 200 Meter vom Wasserfall entfernt erlebt er einen regelrechten Besucherboom. Um dem Trubel zu entgehen, wollen wir früh vor Ort sein.

 

Um 09:30 Uhr verlassen wir das Hotel und erreichen nach etwa einer halben Stunde Fahrt den rund 26,5 Kilometer entfernten Parkplatz. Unser Plan geht auf: Für etwa eine Stunde genießen wir den Wasserfall ganz für uns allein. Nach und nach treffen einzelne Besucher ein, bis gegen 11:30 Uhr schließlich die Busse mit größeren Gruppen ankommen. Die vielen Menschen auf der kleinen Brücke über den Fluss bringen diese spürbar zum Wackeln – an Langzeitbelichtungen ist nun nicht mehr zu denken. Also packen wir unsere Ausrüstung zusammen und kehren zu unserem Bus zurück.

 

Weiter geht es nach Reykholt, wo wir einen Mittagstisch in einem ganz besonderen Restaurant in einem Gewächshaus reserviert haben. Umgeben von Tomatenpflanzen genießen wir eine köstliche Tomatensuppe aus eigener Produktion – ein echtes Erlebnis. Nach den Fotoaktivitäten bei -10° C - gefühlt -18° C - können wir uns hier aufwärmen.

 

Nach dem Mittagessen bleibt noch etwas Zeit bis zu unserem geplanten Sonnenuntergangs-Fotostopp am nahegelegenen Faxi Foss. Spontan legen wir deshalb einen kurzen Halt bei zwei schönen alten Kirchen in der Umgebung von Flúðir ein: der Bræðratungukirkja und der Hrunakirkja.

 

Anschließend fahren wir weiter zum Faxi Foss und treffen wie geplant etwa 45 Minuten vor Sonnenuntergang ein. Doch am Horizont hat sich inzwischen eine dichte Wolkenwand aufgebaut. Die Sonne verschwindet gerade dahinter und zeigt sich bis zu ihrem Untergang nicht mehr. Trotzdem wirkt der mächtige Wasserfall äußerst imposant, besonders mit den eindrucksvollen Eisstrukturen, die seine Ränder schmücken. Da sich auch nach Sonnenuntergang keine Himmelsröte zeigt, machen wir uns auf den Rückweg zum Hotel.

 

Obwohl die Polarlichtvorhersage für diese Nacht wenig vielversprechend ist, zeigen sich gegen Ende unseres Abendessens erste Anzeichen des Naturphänomens am Himmel. Kurz entschlossen packen wir erneut unsere Fotoausrüstung und fahren auf die Hochebene hinter dem Gullfoss. Von hier aus haben wir eine beeindruckende 360-Grad-Rundumsicht. Das Polarlicht ist deutlich sichtbar und schimmert in verschiedenen Farben. Zunehmende Wolken lassen die Aurora stellenweise milchig erscheinen, doch selbst als wir uns gegen 22:15 Uhr auf den Rückweg zum Hotel machen, ist der Himmel noch immer von Polarlichtern erfüllt.


06.01.2026 - Geysir - Gullfoss

 

Die Analyse der Polarlichtaktivitäten der vergangenen Nacht ergibt, dass wir nichts weiter sehen als das, was wir bereits während unseres kurzen Ausflugs zum Gullfoss Visitor Center fotografiert haben. Der restliche Teil der Nacht verläuft vollkommen ruhig.

 

Wir treffen uns zur gewohnten Frühstückszeit um 08:00 Uhr und sind um 09:30 Uhr bereit für den nächsten Fotoausflug. Unser erstes Ziel ist das rund neun Kilometer entfernte Geysir-Gebiet.

 

Unsere Planung geht perfekt auf: Über einen längeren Zeitraum sind wir ganz allein oder teilen die Sehenswürdigkeit nur mit wenigen Besuchern. In dieser ruhigen Atmosphäre erleben wir eine stimmungsvolle Blaue Stunde mit warmen Farbtönen sowie den anschließenden Sonnenaufgang. Erst danach treffen die ersten Reisebusse ein und bringen größere Touristengruppen mit sich.

 

Nach der Mittagspause im Visitor Center bietet sich ein kurzer Abstecher zu einer kleinen Kirche in einem direkt beim Geysir gelegenen Seitental an. Nach diesem Zwischenstopp setzen wir unsere Fahrt zum Gullfoss fort.

 

Dort fangen wir die letzten Sonnenstrahlen auf dem Wasserfall ein. Die Temperatur liegt bei etwa −9 °C, durch den Windchill fühlt es sich jedoch deutlich kälter an. Trotz der Vereisung weiter Teile des mächtigen Wasserfalls weht feine Gischt in unsere Richtung. Kameras und Objektive werden feucht und frieren innerhalb kürzester Zeit ein.

 

Der geplante obere Aussichtspunkt ist aufgrund umfangreicher Bauarbeiten für neue Gehwege und Viewpoints vollständig gesperrt, sodass wir den Sonnenuntergang nicht wie vorgesehen fotografieren können. Dennoch finden wir einen alternativen Standort, von dem aus sich das letzte Licht auf dem Wasser festhalten lässt.

 

Anschließend fahren wir zurück ins Hotel, um uns für mögliche Polarlichtausflüge in der Nacht auszuruhen. Die Vorhersage ist allerdings wenig vielversprechend: Zwar wird erneut ein komplett wolkenloser Himmel erwartet, die Polarlichtaktivität bleibt jedoch sehr niedrig.


05.01.2026 - Gardur - Selfoss - Gullfoss

 

Die ganze Nacht über zeigen sich Polarlichter immer wieder in kurzen Wolkenlücken. Doch ihre Intensität reicht nicht aus, um extra loszufahren und die Nacht draußen zu verbringen. Auch am Morgen ist der Himmel noch weitgehend bedeckt, bei leichtem Regen und etwa 1 °C. Die Feuchtigkeit auf dem kalten Boden führt zu eisglatten Wegen und Straßen. Die Straßenkarte von road.is bestätigt dies: Unsere gesamte heutige Route wird als „Slippery“ gemeldet.

 

Um 09:30 Uhr fahren wir Richtung Grindavík und legen einen Stopp bei den Lavazungen der letzten Vulkanausbrüche ein. Große Flächen dampfen in der Kälte und machen deutlich, dass vielerorts noch immer heiße Lava unter der Oberfläche liegt.

 

Anschließend besuchen wir die verlassene Geisterstadt Grindavík. Die verlassenen und verschobenen Häuser, aufgerissene Straßen sowie die Lavazunge, die vier Häuser in Brand gesetzt hatte, erzeugen eine bedrückende Atmosphäre. Eine Outdoor-Fotoausstellung mitten im Ort gibt eindrucksvolle Einblicke in die dramatischen Momente der Ausbrüche, die die Stadt bedrohten.

 

Von hier aus folgen wir der Südküste ostwärts. Die Temperaturen sinken dabei bis auf −8,5 °C. Erst in Selfoss legen wir eine Mittagspause ein. Die verbleibenden rund 70 km bieten landschaftlich wenig Abwechslung, weshalb wir drei besonders hübsche Hofskirchen besuchen, die unweit unserer Route liegen.

 

Gegen 15:00 Uhr erreichen wir den Gullfoss, den ich gemeinsam mit der Gruppe erkunde, um mir für die kommenden Besuche einen ersten Eindruck zu verschaffen. Unsere Unterkunft liegt ganz in der Nähe des Wasserfalls.

 

Nach dem Abendessen zeigt sich der Himmel sternenklar. Starke Winde lassen die knackigen −9 °C jedoch wie −17 °C erscheinen. Die Polarlichtvorhersage ist zwar bescheiden, dennoch beobachten wir den Himmel regelmäßig und voller Hoffnung.

 

Ich checke die Apps, die Webseiten und vor allem die Aussicht aus meinem Hotelzimmer. Erst gegen 01:30 Uhr zeigt sich ein schwacher Polarlichtbogen im Norden. Über den Gruppenchat informiere ich die Teilnehmer:innen, und etwa 15 Minuten später fahren einige von uns zum Gullfoss.

 

Der Bogen befindet sich jedoch nicht über dem Wasserfall und ist aufgrund seiner tiefen Position am Himmel hinter dem Hügel verborgen. Deshalb fahren wir weiter hinauf zum Parkplatz am Visitor Center. Dort bauen wir Stativ und Kamera am Rand der F35 Kjölur-Hochlandstraße auf. Ein schwacher Bogen ist sichtbar, dessen Intensität zeitweise zunimmt und dann wieder nachlässt. Die Temperatur zeigt -7.5° C. Da es aber ziemlich windstill ist, bleibt die bissige Kälte aus und das Warten lässt sich aushalten.

 

Gegen 02:30 Uhr machen wir uns schließlich auf den Rückweg. Im Hotel angekommen ist der Bogen am Himmel nicht mehr sichtbar. Ein letzter Check um 03:00 Uhr ist auch erfolglos, so dass jetzt noch ein paar Stunden Schlaf möglich sind.


04.01.2026 - Vorreise

 

Zwischen den beiden Reisegruppen lasse ich es heute bewusst ruhig angehen. Erst gegen Mittag breche ich gemeinsam mit einer Teilnehmerin, die beide Reisen begleitet, auf, um einige Locations in der näheren Umgebung unserer Unterkunft zu besuchen.

 

Unser erstes Ziel ist die Kálfatjarnakirkja in der Nähe von Vogar. Die Landschaft ist von dichtem Raureif überzogen, wodurch die Kälte von etwa −7 °C in den Bildern deutlich spürbar wird. Wir fotografieren die attraktive Kirche zunächst aus der Ferne im fantastischen goldenen Licht und anschließend auch aus nächster Nähe.

 

Danach fahren wir weiter zur Hvalsneskirkja an der Westküste der Reykjanes-Halbinsel. Diese Kirche ist aus Stein gebaut und unterscheidet sich damit deutlich von den meisten anderen isländischen Kirchen.

Anschließend kehren wir zur Unterkunft zurück. Kurz außerhalb von Sandgerði legen wir noch einen kurzen Stopp ein, um die schöne Spiegelung eines alten Hauses in einer gefrorenen Wasserfläche festzuhalten.

 

Nun bleibt noch etwas Zeit zur Erholung, bevor ich mich gegen 16:00 Uhr auf den Weg zum Flughafen mache, um die neue Reisegruppe abzuholen.