27.09.-05.10.2025 Fotoreise Island Hochland


05.10.2025 - Abreise

 

Nun ist es soweit: Wir müssen uns trennen und die Heimreise antreten. Eine wunderschöne, erlebnisreiche Reise mit interessierten und motivierten Teilnehmer:innen geht leider zu Ende. Um 04:45 Uhr treffen wir uns in der Hotellobby und gehen gemeinsam hinüber zum Flughafenterminal. Früh am Morgen heben die Flugzeuge ab, die uns zurück nach Hause bringen – mit vielen Erinnerungen an Island im Gepäck.


04.10.2025 - Kirkjubaejarklaustur - Vik - Grindavik - Keflavik

 

Heute Morgen erwacht der Tag mit Sonnenschein – und mit den angekündigten heftigen, stürmischen Winden. Um 08:00 Uhr brechen wir auf. Die endgültige Entscheidung über unsere Route wollen wir an der Abzweigung ins Hochland treffen. Geplant ist eigentlich die Strecke entlang der Nordseite des Mýrdalsjökull, durch die Sandwüste Mælifellssandur bis zum markanten Berg Mælifell und dann weiter über Þórsmörk zurück auf die Ringstraße.

 

Doch schon aus der Ferne erkennen wir die riesigen, vom Wind aufgewirbelten Staub- und Sandstürme über dem Hochland. Schnell wird klar: Das Risiko ist zu hoch. Unter solchen Bedingungen wären Aufnahmen unmöglich – der feine Sand würde unsere Kameras sofort beschädigen. Ingi und ich entscheiden daher schweren Herzens, unsere Fahrt entlang der Ringstraße fortzusetzen.

 

Kurz vor Vík biegen wir auf eine Schotterpiste ab und fahren zur Gletscherkante des sogenannten schwarzen Gletschers. Das Eis enthält viele Schichten aus Asche verschiedener Vulkanausbrüche, die ihm sein dunkles Aussehen verleihen. Die Ebene vor dem Gletscher ist tückisch, denn unter der Ascheschicht können sich Eis und Wasser verbergen. Ingi führt uns sicher bis zur Gletscherzunge und wieder zurück.

 

Anschließend fahren wir weiter zum Skógafoss, wo wir unser Mittagspicknick genießen. Danach folgen wir der Südküste bis nach Grindavík. Die Stadt ist seit den letzten Vulkanausbrüchen evakuiert – eine wahre Geisterstadt. Wir sehen die immensen Schäden mit eigenen Augen und besuchen die berührende Outdoor-Fotoausstellung im Zentrum.

 

Einen weiteren Halt machen wir mitten in der neuen Lava nördlich von Grindavík, unweit der Blauen Lagune. Immer wieder wechseln sich Regenschauer und Sonne ab – und zwischen den Wolken erscheinen spektakuläre Regenbögen.

 

Gegen 17:30 Uhr erreichen wir unser Hotel direkt am Flughafen. Hier heißt es Abschied nehmen von unserem großartigen isländischen Driver-Guide Ingi. Am Abend genießen wir gemeinsam unser letztes Abendessen, bevor wir in der Bar bei einem Drink die Reise gemütlich ausklingen lassen.

 

(Da die stürmischen Wetterbedingungen den Einsatz der Kameras unmöglich machen, entstehen alle heutigen Bilder ausschließlich mit dem Mobiltelefon.)


03.10.2025 - Fagrifoss - Laki

 

Heute erwartet uns ein sonniger Tag mit Spitzentemperaturen um 5 °C an unserem Ausflugsziel im Hochland nördlich von Kirkjubæjarklaustur. Um 9 Uhr brechen wir auf und fahren zunächst zum neuen Visitor Center außerhalb des Ortes. Dort informieren wir uns über die Region und ihre vulkanische Vergangenheit.

 

Nach kurzer Fahrt auf der N1-Ringstraße biegen wir auf die Route 206 und anschließend auf die Hochlandpiste F206 ab. Nach einigen Kilometern wartet bereits die erste Herausforderung: eine große Wasserfurt, die durch den Regen der letzten Tage noch tiefer und breiter geworden ist. Für unseren Superjeep ist das jedoch kein Problem, und wir erreichen ohne Schwierigkeiten das andere Ufer. Direkt hinter der Furt liegt der wunderschöne Fagrifoss-Wasserfall. Wir verbringen hier eine ganze Weile, um ihn mit Langzeitbelichtungen einzufangen.

 

Weiter geht es durch Sand- und Steinwüsten, vorbei an endlosen Lavafeldern, bis wir den Parkplatz am Rand der Laki-Vulkanspalte erreichen. Nach einem kurzen Mittagspicknick starten wir unsere Wanderung auf den Berg Laki, der sich mitten auf der Spalte erhebt. Der Aufstieg ist steil und fordernd, doch der Ausblick vom Gipfel belohnt uns: Vor uns liegt die beeindruckende Reihe kleiner Vulkankrater, die sich bis zum Horizont erstreckt.

 

Der Laki-Ausbruch von 1783 war einer der größten Vulkanausbrüche der letzten Jahrtausende. Zwischen Juni 1783 und Februar 1784 öffnete sich in Südisland eine etwa 27 Kilometer lange Spalte mit über hundert Kratern – die Lakagígar (Laki-Krater).

 

Aus ihr ergossen sich rund 15 Kubikkilometer Lava und riesige Mengen giftiger Gase, vor allem Schwefeldioxid und Fluorverbindungen. Diese verursachten auf Island eine schwere Katastrophe: Weiden und Tiere starben, Ernten fielen aus, und etwa ein Viertel der isländischen Bevölkerung kam in den folgenden Jahren durch Hunger und Krankheiten ums Leben.

 

Auch weltweit hatte der Ausbruch Folgen: Die „Laki-Dunstwolke“ breitete sich über Europa aus, führte zu Temperaturabfällen, Missernten und sogar Hungersnöten. Viele Historiker sehen darin einen der Faktoren, die später zur Französischen Revolution beitrugen.

 

Heute ist das Laki-Gebiet Teil des Vatnajökull-Nationalparks – eine eindrucksvolle, karge Landschaft, die an die gewaltigen Kräfte der Natur erinnert. (Quelle: CHATGPT)

 

Wir folgen der Piste weiter entlang der Spalte bis zum Krater Tjarnagígur, der von einem tiefblauen See gefüllt ist. Vom Kraterrand bietet sich ein fantastischer Blick auf die karge Landschaft und die vielen Seen, die in der Sonne glitzern.

 

Am Nachmittag treten wir den langen, langsamen Rückweg an und überqueren zahlreiche Wasserfurten. Bei der letzten, am Fagrifoss, treffen wir auf eine asiatische Reisegruppe mit drei Fahrzeugen – eines davon ist mitten im Fluss stecken geblieben. Die durchnässten Touristen hoffen, dass unser Superjeep helfen kann, doch unser Guide darf keine Risiken eingehen: Mögliche Schäden würden ihm persönlich in Rechnung gestellt. Wir beraten die Gruppe, geben Kontaktinformationen weiter und fahren schweren Herzens weiter – in der Hoffnung, dass sie bald Hilfe finden.

 

Gegen 19 Uhr erreichen wir unser Hotel. Während des Abendessens erhalte ich vom isländischen Wetterdienst eine Wetterwarnung: Ab 02:00 Uhr in der Nacht bis morgen Abend um 22:00 Uhr sollen Stürme mit Windgeschwindigkeiten bis zu 110 km/h und Böen bis zu 160 km/h über unsere Region hinwegfegen. Es wird davor gewarnt, dass der Verkehr erheblich beeinträchtigt werden könnte. Ich bespreche die Situation mit Ingi, unserem lokalen Guide. Gemeinsam beschließen wir, die Lage morgen früh neu zu bewerten, bevor wir über den weiteren Tagesverlauf entscheiden. 

 

Kurz vor Ende des Abendessens werfe ich immer wieder einen Blick nach draußen – vielleicht zeigt sich ja das Polarlicht. Und tatsächlich: Gegen 20:30 Uhr entdecke ich die ersten grünen Streifen am Himmel. Eine halbe Stunde später machen wir uns zu Fuß auf den Weg. Das Nordlicht tanzt über uns, während wir entscheiden, ob wir zum Fluss am N1-Kreisel oder zum etwa 2,5 km entfernten Stjórnarfoss gehen. Wir wählen den Wasserfall, den wir nach rund 25 Minuten erreichen.

Inzwischen ist die Aktivität deutlich abgeflaut, doch die zarten, feinen Lichtspuren am Himmel sind dennoch magisch. Im tosenden Wind warten wir geduldig auf neue Intensität. Gegen 23:30 Uhr verlassen die letzten den Spot. Der Himmel ist immer noch grün gefärbt – aber ohne klare Formen.

 


02.10.2025 - Hrauneyjar - Landmannalaugar - Kirkjubæjarklaustur

 

Heute steht mit der Durchquerung des Hochlands von Westen nach Osten ein weiteres Highlight auf dem Programm. Das Wetter zeigt sich deutlich besser als gestern: Neben kurzen Regenschauern bleibt es überwiegend trocken, bewölkt und sogar zeitweise sonnig. Die Temperatur erreicht maximal 10 °C.

 

Um 09:00 Uhr brechen wir auf und folgen zunächst der Sprengisandur (F26) weiter ins Hochland, bevor wir auf die Route 208 nach Osten abbiegen. Unser erster geplanter Stopp ist der Wasserfall Sigöldufoss, doch er führt so viel Wasser, dass er mehr einer Stromschnelle gleicht und kaum als Wasserfall erkennbar ist. Also fahren wir weiter zum nahegelegenen Sigöldugljúfur Canyon. Dort stürzen zahlreiche kleine Wasserfälle aus der Schluchtwand herab, deutlich kräftiger und zahlreicher als gewöhnlich. Das Licht ist zwar flach, doch die Szenerie bleibt ein traumhaft schönes Fotomotiv.

 

Wir folgen der Route 208 weiter und durchqueren riesige Sand- und Steinwüsten. Die karge Landschaft wirkt surreal, fast wie eine Mondlandschaft. Mehrfach halten wir an, um Fotos zu machen und die besondere Umgebung in Ruhe auf uns wirken zu lassen. Nächstes Ziel ist der Vulkankrater Ljótipollur mit seinem tiefblauen Kratersee. Kaum erreichen wir den Aussichtspunkt am Kraterrand, setzt leichter Nieselregen ein, der aber nach wenigen Minuten wieder aufhört. Die Landschaft zeigt sich in intensiven Farben.

 

Danach geht es nach Landmannalaugar, berühmt für seine geothermische Aktivität und die farbigen Berge. Wir unternehmen eine Wanderung ins nahegelegene Lavafeld und genießen von einem Aussichtspunkt den Blick auf die im Sonnenlicht leuchtenden Berge.

 

Als wir gegen 15:30 Uhr weiterfahren wollen, gibt unser Superjeep plötzlich seltsame Geräusche von sich. Unser Guide Ingi holt sofort seinen Werkzeugkasten hervor und kriecht unter das Fahrzeug. Zum Glück ist es nur eine lose Bremsscheibe, die er mit Hammer und Werkzeug wieder fixiert (Bildquelle Karin Hametner). Nach rund 20 Minuten Verzögerung setzen wir unsere Fahrt fort und folgen der östlichen F208 in Richtung Kirkjubæjarklaustur.

 

Unterwegs überqueren wir mehrere – teils tiefe – Wasserfurten und durchqueren beeindruckende Vulkanlandschaften. Dieser Teil der Hochlandpiste ist spürbar angenehmer, da er wegen der Furten weniger befahren wird. Dennoch begegnen uns einige zweiradangetriebene Fahrzeuge, die mit den Wasserdurchfahrten vermutlich Schwierigkeiten haben werden. Mit zunehmender Distanz und abnehmender Höhe nimmt die Vegetation sichtbar zu.

 

Gegen 19:00 Uhr erreichen wir unser schönes Hotel in Kirkjubæjarklaustur. Für die Nacht ist wieder hohe Polarlichtaktivität angekündigt. Der Blick zum Himmel zeigt zunächst nur Regen und dichte Bewölkung. Nach Mitternacht öffnen sich die Wolken stellenweise, und durch den aufkommenden Bodennebel lassen sich schwache grüne Streifen erkennen. Eine lohnenswerte Polarlichtjagd ergibt sich daraus allerdings nicht – und so genießen wir nach diesem faszinierenden und erlebnisreichen Tag den wohlverdienten Schlaf.


01.10.2025 - Umgebung von Hrauneyjar und Hekla

 

Heute ist ein besonderer Tag. Früh am Morgen brechen wir mit dem Superjeep auf, um abgelegene Regionen rund um den Vulkan Hekla zu erkunden – fernab jeglicher Touristenströme. Wir befinden uns inmitten einer ursprünglichen Lavalandschaft: Sand- und Steinwüsten, alte Lavaströme und verschiedenste Vulkane prägen die Szenerie.

 

Die Wettervorhersage verspricht allerdings nichts Gutes: Regen, dichter Nebel, tiefhängende Wolken und Temperaturen um die 5 °C begleiten unseren Start um 9:00 Uhr. Da im Hochland die Sicht durch die tiefen Wolken vermutlich stark eingeschränkt ist, fahren wir zunächst zum Þjófafoss, einem beeindruckenden Wasserfall unterhalb des Hekla.

 

Wegen des Regens bleiben wir zunächst im Bus. Doch dann geschieht etwas Unerwartetes: Der Regen lässt nach, die Wolkendecke reißt auf, und sogar blauer Himmel zeigt sich. Für etwa 30 Minuten können wir den Wasserfall in perfektem Licht fotografieren, bevor der nächste Schauer heranzieht.

 

Weiter geht es über eine raue Hochlandpiste hinauf zum Vulkankegel Rauðaskál – auch bekannt als „Apple Crater“ wegen seiner intensiven roten und grünen Farbtöne. Bei Sturm und Regen erreichen wir den Aussichtspunkt. Wieder warten wir einen Moment, und auch diesmal haben wir Glück: Der Regen lässt kurz nach, sodass wir aussteigen und fotografieren können. Der Wind bleibt jedoch heftig – mit etwa 100 km/h eine echte Herausforderung für Mensch und Kamera.

 

Nach einer längeren Fahrt durch die spektakuläre, vom Regen getränkte Landschaft erreichen wir einen namenlosen Wasserfall. Und wieder scheint das Wetter mit uns zu spielen: Pünktlich bei unserer Ankunft hört der Regen auf. Der Wasserfall führt ungewöhnlich viel Wasser und verwandelt den Fluss in einen tosenden Strom – ein beeindruckendes Naturschauspiel.

 

Auf dem Rückweg überqueren wir mehrere tiefe Wasserfurten – für unseren Superjeep kein Problem. Unser letzter Fotostopp führt uns zu einem farbenfrohen Vulkankrater. Der Wind peitscht uns weiterhin in Sturmstärke entgegen, aber auch hier gelingt es, ein paar Aufnahmen zu machen.

 

Schließlich erreichen wir über die Sprengisandur (F26) unsere Unterkunft – rechtzeitig zum Abendessen.

 

Was für ein großartiger Tag. Trotz herausfordernder Wetterbedingungen erleben wir die Wildheit des isländischen Hochlands in ihrer ganzen Intensität. Dank perfektem Timing und etwas Glück konnten wir an allen Stopps fotografieren. Ein Tag voller unvergesslicher Eindrücke.


30.09.2025 - Kerlingarfjöll - Gullfoss - Hrauneyjar

 

In der Nacht setzt der Regen ein, und auch am Morgen fallen intensive Niederschläge. Die Vorhersagen entlang unserer heutigen Route lassen uns sehr nasse Bedingungen erwarten. Das bestätigt sich während der ersten eineinhalb Stunden Fahrt bis zum Gullfoss.

 

Doch bei unserer Ankunft am imposanten Wasserfall hört der Regen auf. Fast allein am Aussichtspunkt können wir in aller Ruhe Fotos machen. Als der Regen erneut einsetzt, treffen wir uns zum Mittagessen im Restaurant.

 

Da der anhaltende Niederschlag keine Besserung erwarten lässt, entscheiden wir uns gegen die Fahrt über das Hochland vom Gullfoss zum Háifoss. Stattdessen nehmen wir die asphaltierte Straße über Flúðir und Árborg. Unser nächster Stopp ist der historische Torfbauernhof Stöng. Hier taucht die Landschaft in ihre volle herbstliche Färbung.

 

Stöng ist ein rekonstruierter Torfhof im Þjórsárdalur-Tal in Südisland. Er wurde nach Ausgrabungen eines ursprünglichen Hofes aus dem 11. Jahrhundert errichtet, der vermutlich beim Vulkanausbruch des Hekla im Jahr 1104 unter Asche begraben wurde. Die Anlage zeigt anschaulich, wie die isländischen Siedler damals lebten – mit Wohnhaus, Nebengebäuden und typischen Grassobdenwänden. Heute ist Stöng ein Freilichtmuseum, das Einblicke in die Alltagskultur der Wikingerzeit bietet und inmitten eindrucksvoller Natur liegt.

 

Von Stöng wandern wir rund einen Kilometer zum Gjáin. Gjáin ist eine kleine, idyllische Schlucht im Þjórsárdalur-Tal. Sie besticht durch Wasserfälle, Bäche, Lavagestein und üppige Vegetation – eine märchenhafte Landschaft, die oft als eine der schönsten Naturperlen Islands bezeichnet wird.

 

Diese märchenhafte, fast mystische Landschaft, eingehüllt in leuchtende Indian-Summer-Farben, lädt eigentlich zum Verweilen für einen ganzen Tag ein. Wir bleiben fast eineinhalb Stunden und beschließen, trotz der bereits etwas düsteren Lichtverhältnisse, noch heute weiter zum Háifoss zu fahren. Morgen soll schließlich erneut Regen und Wind aufziehen.

 

Háifoss ist mit rund 122 Metern einer der höchsten Wasserfälle Islands. Er liegt spektakulär in einer Schlucht des Flusses Fossá í Þjórsárdalur und stürzt in dramatischer Kulisse in die Tiefe – ein beeindruckendes Naturschauspiel, das besonders in der Abendstimmung eindrucksvoll wirkt.

 

Um 17:00 Uhr erreichen wir den mächtigen Wasserfall. Auch hier sind nur wenige Besucher unterwegs – ein Zeichen der sich dem Ende neigenden Saison. Gegen 18:35 Uhr kommen wir schließlich in unserer Unterkunft an, die einsam im Hochland an der Sprengisandur-Route (F26) liegt.

 

Schon beim Abendessen gelingen erste Testaufnahmen von Polarlicht hinter den Wolken. Ein hoher kP-Wert macht dies möglich. Bis 02:00 Uhr in der Nacht unternehmen wir weitere Versuche, doch das Nordlicht bleibt, von Wolken verdeckt, nur schemenhaft sichtbar und nicht besonders fotogen.


29.09.2025 - Kerlingarfjöll - Hveravellir

 

Der Tag startet – wie erwartet – mit Regen und starkem Wind. Zum Sonnenaufgang fahren wir daher nicht los. Bei einer Höchsttemperatur von etwa 8 °C bringt der Tag größtenteils schlechtes Wetter, nur kurze Aufhellungen sind möglich.

 

Um 9:00 Uhr brechen wir dennoch auf zum Fotoausflug ins Geothermiegebiet Hveradalir. Der Regen lässt etwas nach, doch in der Region werden Windgeschwindigkeiten von 35 m/s mit Böen bis 44 m/s (158 km/h) gemessen. Wir bestaunen die eindrucksvolle Landschaft, aber nur wenige wagen sich bei diesen Bedingungen bis in die Mitte des Abstiegs. Der lehmige, rutschige Boden und der Sturm bergen ein viel zu hohes Risiko für Ausrutscher, die leicht zum Sturz in die Tiefe führen könnten. Schon bald zieht Nebel auf, der die Sicht auf die dampfenden Böden verdeckt.

 

Wir fahren weiter bis zum Ende der Straße, wo man eigentlich einen Ausblick auf die umliegenden Bergspitzen hat. Doch im dichten Nebel sehen wir nichts und kehren ins Hotel zurück. Dort kümmern wir uns um die Bilder und machen unsere Lunchpause.

 

Am Nachmittag starten wir erneut. Da die nahegelegenen Spots weiter im Nebel liegen, ändern wir unseren Plan. Rund 50 Minuten fahren wir in den Norden, ins Geothermiegebiet Hveravellir. Hier entdecken und fotografieren wir dampfende Böden und sprudelnde Quellen – diesmal ohne Regen. Wir kommen den besonderen Naturphänomenen ganz nah.

 

Gegen 17:00 Uhr treten wir die Rückfahrt an. Unterwegs halten wir an, um die beeindruckenden Lichtsituationen am Horizont festzuhalten.

 

Nach dem Abendessen kommen wir in der gemütlichen Lounge des Hotels zusammen. Unser isländischer Guide Ingi nimmt uns mit auf eine Reise in die Welt der Trolle. Mit funkelnden Augen erzählt er geheimnisvolle Geschichten, und gebannt lauschen wir seinen Worten, während draußen die Nacht über Island hereinbricht.

 

Auch für heute ist ein hoher Polarlicht-kP-Index angekündigt, doch die Vorhersage meldet eine dichte Wolkendecke für die ganze Nacht. Das hindert uns nicht daran, regelmäßig den Himmel zu prüfen – und tatsächlich: Gegen 22:30 Uhr erscheint ein grüner Schimmer am Himmel. Einige von uns entscheiden sich, noch einmal hinauszugehen.


28.09.2025 - Reykjavik - Kerlingarfjöll

 

Trotz Polarlicht-Sichtungen in der Umgebung von Reykjavik sind meine eigenen Checks bis kurz nach Mitternacht nicht erfolgreich.

 

Am Morgen holt uns Ingi – unser Super-Jeep-Guide für die gesamte Reise – mit dem riesigen Sprinter-Jeep am Hotel ab. Wir fahren über Thingvellir in Richtung Golden Circle und machen einen kurzen Halt in Laugarvatn, wo wir uns Snacks und ein Picknick für das Mittagessen besorgen. Kurz hinter Laugarvatn verlassen wir die Hauptstraße und biegen auf die F337 Hochlandpiste ab.

 

Die steinige, ruppige Strecke fordert den Wagen – und uns kommen tatsächlich Touristen in kleinen Autos entgegen. Nach einem steilen Anstieg erreichen wir ein Hochplateau auf rund 600 m Höhe. Vor uns breitet sich eine weite Sand- und Steinwüste mit unzähligen alten Vulkankratern aus. Doch trotz der kargen Landschaft entdecke ich viele farbige Pflänzchen, dazu Vögel und Insekten. Immer wieder halten wir für Fotostopps an. Das Wetter ist sonnig, und wir wollen den Tag in vollen Zügen genießen – morgen soll es regnen und stürmen.

 

Über die F338 gelangen wir am späteren Nachmittag auf die Kjölur-Hochlandpiste, nördlich des Gullfoss. Wir folgen ihr bis zur Abzweigung nach Kerlingarfjöll. Kurz vor Sonnenuntergang erreichen wir den imposanten Wasserfall Gýgjarfoss. Während die Berge des Kerlingarfjölls im Abendlicht erstrahlen, liegt der Wasserfall bereits im Schatten einer großen Wolke. Die Temperaturen sinken merklich, der Wind frischt auf. Trotzdem stellen wir das Stativ auf und machen Langzeitaufnahmen des tosenden Wassers.

 

Nur 15 Minuten später stehen wir vor der Highland Base, unserer Unterkunft für die nächsten zwei Nächte. Nach dem Abendessen halte ich den Blick immer wieder zum Himmel gerichtet. Wolken und kP-Index sind nicht ideal, aber immerhin vielversprechend. Gegen 22 Uhr geschieht es: Der Himmel über dem Hotel färbt sich grün. Wir stürzen hinaus, Kameras im Anschlag, und fotografieren das grüne und sogar rote Leuchten am Nachthimmel. Mit der Zeit ziehen jedoch immer dichtere Wolken auf, sodass wir kurz vor Mitternacht ins Hotel zurückkehren. Hinter den Wolken ist das Polarlicht aber immer noch deutlich zu sehen – ein magischer Abschluss dieses Tages.


27.09.2025 - Anreise

 

Nachdem die Gäste der Island-Norden-Reise abgereist sind, habe ich am Morgen etwas Zeit, um das kleine Häuschen gegenüber bei ganz unterschiedlichen Licht- und Wetterbedingungen zu fotografieren.

 

Um 14:00 Uhr gebe ich den Mietwagen bei der Autovermietung zurück und warte anschließend am Flughafen auf die ankommenden Teilnehmer:innen der heute beginnenden Island-Hochland-Reise. Alle treffen ungefähr zur gleichen Zeit ein, und wir fahren gemeinsam mit dem FlyBus-Shuttle zu unserem Hotel.

 

Beim ersten gemeinsamen Abendessen haben wir die Gelegenheit, uns gegenseitig kennenzulernen.