18.03.2026 - Abreise und Extra Tag
Heute heißt es Abschied nehmen. Die Gruppe hat hervorragend harmoniert, und wir hatten gemeinsam viel Spaß. Die vielen intensiven Erlebnisse haben unseren Teamgeist spürbar gestärkt.
Bereits um 04:45 Uhr bringe ich die erste Gruppe der Frühflieger zum Flughafen. Die übrigen Teilnehmer folgen nach und nach bis zum frühen Nachmittag.
Zwischen den Transfers nutze ich die Gelegenheit, zum Sonnenaufgang den Leuchtturm von Garður zu besuchen. Wie angekündigt zeigt sich der Morgen von seiner schönsten Seite – ein farbenprächtiger Sonnenaufgang bildet einen stimmungsvollen Abschluss dieser Reise.
17.03.2026 - Vik - Selfoss - Grindavik - Gardur
Heute brechen wir zur letzten Etappe dieser Fotoreise auf. Mit rund 3,5 Stunden reiner Fahrzeit vor uns wollen wir unser letztes Hotel in der Nähe des Flughafens Keflavík erreichen.
Als wir um 09:00 Uhr den Bus beladen, fällt noch Schneeregen. Doch schon nach zehn Minuten Fahrt über den Pass bei Vík erreichen wir trockenes Wetter, und nur wenige Kilometer weiter scheint bereits die Sonne.
Nach einem kurzen Tankstopp in Selfoss fahren wir entlang der Südküste weiter bis nach Þorlákshöfn. Dort legen wir in einem Restaurant mitten unter den Arbeitern des Fischerhafens unsere Mittagspause ein.
Das Wetter an der Südküste der Reykjanes-Halbinsel zeigt sich weiterhin freundlich, bei Temperaturen von bis zu 4 °C. Wir halten auf dem südlichsten Vulkanparkplatz und wandern auf einen Bergrücken, von dem aus wir einen guten Blick auf eine der Lavazungen des ersten Fagradalsfjall-Ausbruchs im Jahr 2021 haben.
Anschließend fahren wir in die inzwischen verlassene Geisterstadt Grindavík. Überall sind noch die Schäden der Erdbeben sichtbar. Besonders beeindruckend ist der Lavafluss, der den Rand der Stadt erreichte und mehrere Häuser zerstörte. Auch die Fotoausstellung in der Nähe des Fußballstadions ist sehr eindrucksvoll und zeigt die emotionale Seite der Bevölkerung zur Zeit des Ausbruchs.
Eigentlich hatte ich noch einige Fotostopps entlang der Süd- und Westküste geplant. Da der Wind jedoch sehr stark ist, fahren wir direkt von Grindavík zum Hotel.
Nach einer Pause brechen wir noch einmal auf, um den Sonnenuntergang am Leuchtturm zu erleben. Ein schöner Himmel zeigt sich in zarten Rosatönen. Als diese allmählich verblassen, gehen wir gegenüber im lokalen Restaurant zu Abend essen. Es ist unser letztes gemeinsames Abendessen.
Zurück im Hotel lassen wir den Abend und die Reise bei einem Drink in der Lounge ausklingen und blicken auf zwölf großartige Tage zurück.
Trotz aufklarendem Himmel ist die Polarlichtaktivität in dieser Nacht sehr gering. Alle meine Checks sind negativ.
16.03.2026 - Dyrholaey - Skogafoss - Kvernufoss - Solheimajökull
Am Morgen ist die Vorhersage für eine mögliche Morgenröte zwar nicht hervorragend, aber gut genug, dass wir beschließen, um 06:00 Uhr die 25-minütige Fahrt zu den Dyrhólaey-Felsen in Angriff zu nehmen. Als wir um 06:30 Uhr auf dem Parkplatz eintreffen, sind bereits zwei Fahrzeuge mit Fotografen vor Ort, die ihre Ausrüstung vorbereiten. Zügig packen auch wir unser Equipment und gehen zu Fuß zur Felskante mit dem Blick auf den Reynisfjara-Strand und die Reynisdrangar Sea Stacks in der Ferne.
Bis zum Sonnenaufgang treffen etwa 20 weitere Fotografen ein. Sowohl die Blaue Stunde als auch der Sonnenaufgang entwickeln sich zu einem spektakulären Ereignis mit fantastischen Farben am Himmel. Gegen 08:00 Uhr fahren wir zurück ins Hotel. Nach dem Frühstück gönnen wir uns bis zum Mittag eine Ruhepause.
Um 12:00 Uhr brechen wir erneut auf, besorgen uns einen Snack für ein Lunch-Picknick und fahren weiter zum Skógafoss. Überraschenderweise ist die Parksituation dort inzwischen komplett verändert worden. Wie erwartet sind viele Besucher vor Ort. Mit unseren Stiefeln und Anglerhosen haben wir die Möglichkeit, eine etwas bessere Position mitten im Fluss zu erreichen. Doch die Menschen vor dem herabstürzenden Wasser können auch wir nicht vollständig ausblenden – was sich beim Postprocessing mit KI jedoch problemlos lösen lässt. :-)
Nach dem Fotoshooting machen wir unsere Lunch-Picknick-Pause und fahren anschließend die wenigen hundert Meter weiter zum Parkplatz für die kurze Wanderung zum Kvernufoss. Hier sind deutlich weniger Besucher unterwegs. Wir gehen hinter den Wasserfall und fotografieren den klassischen Shot aus der Höhle heraus.
Gegen 16:30 Uhr sind wir zurück am Parkplatz und fahren in Richtung Vík. Nach wenigen Kilometern biegen wir jedoch noch einmal in Richtung Hochland ab und fahren zum fünf Kilometer entfernten Parkplatz des Sólheimajökull-Gletschers. Inzwischen hat der Wind deutlich zugenommen und pfeift uns nach der Wanderung zum Viewpoint kräftig um die Ohren. Deshalb entscheiden wir uns dagegen, noch weiter bis zur Gletscherzunge zu gehen, und genießen stattdessen den tollen Blick auf die Eisstrukturen. Viele Gruppen, die Touren auf dem Gletscher gebucht hatten, kommen gerade zurück.
Danach fahren wir zu unserer Unterkunft in Vík, die wir gegen 18:00 Uhr erreichen. Wie erwartet zieht es zu, und die Wolkendecke bleibt in der Nacht dicht.
15.03.2026 - Dyrholaey
Der Schneefall, der gestern Nacht einsetzte, hält die ganze Nacht über an, und am Morgen präsentiert sich die Landschaft in einem weißen Kleid. Starker Wind, Schneefall und Graupelschauer bestimmen auch das Wetter am Vormittag. Daher nutzen wir die Zeit im Hotel für Bildbearbeitung und unsere erste gemeinsame Bildbesprechung.
Anschließend fahren wir zum Mittagessen nach Vik und von dort weiter über den Pass nach Dyrhólaey. Auf der anderen Seite zeigt sich das Wetter deutlich trockener und freundlicher. Allerdings macht der starke Wind mit Böen von bis zu 100 km/h die geplante Langzeitfotografie unmöglich. Stattdessen arbeiten wir mit kurzen Verschlusszeiten und halten die tobende See fest, die sich unter uns dramatisch an den Felsen und vorgelagerten Inseln bricht. Selbst oben am Leuchtturm von Dyrhólaey ist es kaum möglich, Fotos zu machen.
Darum fahren wir weiter zum schwarzen Strand von Reynisfjara. Nachdem der berühmte Strand vor einigen Wochen teilweise weggespült wurde, bin ich gespannt, wie die Landschaft jetzt aussieht und was fotografisch überhaupt noch möglich ist. Die Zufahrt zum großen Parkplatz ist gesperrt: Kurz vor unserer Ankunft sind die Wellen im Sturm über den Strand und den Damm hinweg auf den Parkplatz geschwappt und haben Schlamm, Geröll und große Felsen hinterlassen. Wir müssen daher auf dem etwa 200 Meter entfernten Overflow-Parkplatz parken und zu Fuß zur Location gehen.
Während wir die gewaltige Brandung fotografieren, die gegen die Felsen und die Reynisdrangar-Sea-Stacks schlägt, rollt eine weitere lange Welle über den improvisierten Damm. Der Ort hat sich massiv verändert und wirkt nun noch gefährlicher als ohnehin schon.
Nach unserer Fotozeit vor Ort treffen wir uns im Café auf einen Kaffee und eines der leckeren Stücke Kuchen. Inzwischen ist es bereits kurz vor Sonnenuntergang, und wir fahren noch einmal hinüber zum Dyrhólaey-Felsen. Der Wind hat deutlich nachgelassen, und wir fotografieren die letzten warmen Sonnenstrahlen, die sich in der Gischt der Wellen brechen. In der blauen Stunde wird auch der schöne Leuchtturm zu einem stimmungsvollen Motiv.
Mit Einbruch der Dunkelheit fahren wir zurück ins Hotel. Trotz der geringen Polarlicht-Chancen laut Vorhersage halte ich noch Polarlicht-Wache – doch leider bleibt der Himmel die ganze Nacht über bedeckt.
14.03.2026 - Stokksnes - Skaftafell - Kirkjubaejarklaustur - Vik
Heute Morgen berichten die Glücklichen, die das Polarlicht-Spektakel in der zweiten Hälfte der Nacht draußen erleben durften, begeistert von ihren Eindrücken. Schade, dass nicht alle die Möglichkeit hatten, dabei zu sein.
Nach dem Frühstück packen wir unsere Koffer in den Bus, denn leider müssen wir diesen wunderschönen Ort heute verlassen. Wir durften hier tolles Wetter, wunderbare Lichtstimmungen und vor allem ein Vestahorn erleben, das während unseres gesamten Aufenthalts sichtbar war.
Gegen 09:30 Uhr verabschieden wir uns vom sehr netten Team des Gästehauses und fahren ohne Zwischenstopp zur Jökulsárlón-Gletscherlagune. In den wenigen Tagen seit unserem letzten Besuch sind viele Eisbrocken vom Gletscher abgebrochen und treiben nun im See. Deshalb legen wir einen kurzen Fotostopp ein, um die beeindruckende Szenerie festzuhalten.
Nach einem weiteren kurzen Halt in Skaftafell fahren wir zum Parkplatz an der Endmoräne des Svinafellsjökull-Gletschers. Nach etwa zehn Minuten Fußweg erreichen wir die Gletscherzunge – ein fantastischer Ort für eindrucksvolle Eisfotografie mit Kamera und Drohne. Das Wetter zeigt sich von seiner besten Seite und mit bis zu 6,5 °C ist es sogar erstaunlich mild.
Von Skaftafell aus fahren wir weiter nach Kirkjubæjarklaustur, wo wir einen späten Mittagsstopp einlegen. Von dort sind es nur noch etwa 70 km bis zu unserem Tagesziel in Vík.
Nach dem Einchecken im Hotel gönnen wir uns eine kurze Pause, während sich der Himmel rasch zuzieht. Trotzdem fahren wir um 18:00 Uhr zum schwarzen Strand von Vík, um die Stimmung zum Sonnenuntergang zu fotografieren. Die Lichtstimmung ist düster und dramatisch, doch die farbigen Wolken am Horizont kurz vor Sonnenuntergang sorgen für einen wunderschönen Anblick.
Als wir uns gegen 19:30 Uhr wieder am Auto treffen, setzt der erwartete Schneefall ein – perfektes Timing. Der Schnee fällt weiter und taucht die Landschaft in der Nacht in ein wunderschönes Weiß. Doch die dichten Wolken verhindern leider jede Sichtung des Polarlichts.
13.03.2026 - Stokksnes Peninsula
Auch heute geht es bereits um 06:30 Uhr wieder hinaus an den Stokksnes-Strand. Wir versuchen unser Glück im vorderen Bereich des Strandes, wo normalerweise Spiegelungen in den Wasserflächen möglich sind. Heute sind diese jedoch von einer feinen Eisschicht überzogen. Dadurch wirken die Spiegelungen zwar weniger detailliert, sind dafür aber unabhängig von Wind und Wellen.
Wir fotografieren von der Blauen Stunde bis hinein in die Goldene Stunde. Wider Erwarten zeigen sich zarte Rosatöne am Himmel. Leider sind diese in der entgegengesetzten Richtung intensiver als über dem Vestrahorn.
Als wir gegen 08:00 Uhr den Strand verlassen, sind bereits einige andere Besucher eingetroffen – allerdings deutlich weniger Touristen als in den vergangenen Tagen.
Nach der nächtlichen Polarlichtjagd und dem frühen Sonnenaufgangsausflug ist nach dem Frühstück erst einmal wieder Siesta bis zur Mittagszeit angesagt.
Um 13:00 Uhr machen wir uns auf eine etwa vier Kilometer lange Wanderung entlang des Fußes des Vestrahorns bis zu den Ruinen einer englischen WWII-Station. Von hier aus haben wir einen großartigen Blick auf den „Batman Mountain“, das Brunnhorn.
Zurück im Hotel entscheiden wir, das Fotografieren des Sonnenuntergangs heute auszulassen und stattdessen zum Abendessen nach Höfn zu fahren.
Danach steigt die Spannung: Der Aktivitätslevel für Polarlichter ist heute sehr hoch. Die Wettervorhersage ist allerdings gemischt …
Nachdem der Himmel in der Nacht weitgehend bedeckt war, zeigen sich gegen 23:00 Uhr plötzlich tanzende Streifen von Polarlichtern am Himmel. Sofort alarmiere ich alle Teilnehmer:innen, und wir machen uns gemeinsam auf den Weg zum Strand.
Doch als wir dort ankommen, ist der Himmel bereits wieder vollständig von Wolken bedeckt. Hinter der Wolkendecke leuchtet es dennoch intensiv grün – ein deutlicher Hinweis darauf, welches Schauspiel sich über uns abspielt.
Wir bleiben etwa eine Dreiviertelstunde am Strand. Da sich die Situation eher verschlechtert als verbessert, entscheiden wir uns schließlich, zurück ins Gästehaus zu fahren.
Am nächsten Morgen erfahre ich jedoch, dass sich die Wolkendecke zwei bis drei Stunden später aufgelöst hat und sich eine grandiose Polarlicht-Show über den Himmel erstreckte. Zum Glück können einige der Reiseteilnehmer:innen das Spektakel miterleben. Nach den anstrengenden letzten Tagen, dem wenigen Schlaf und einer hartnäckigen Erkältung schlafe ich in dieser Nacht allerdings tief und fest – und werde leider erst am frühen Morgen vom Wecker geweckt.
Die folgenden Bilder wurden freundlicherweise von der Teilnehmerin Monika Willimzig zur Verfügung gestellt.
12.03.2026 - Vestrahorn & Eystrahorn
Trotz der kurzen Nacht geht es bereits um 06:30 Uhr wieder hinaus an den Strand von Stokksnes. Gut, dass wir direkt am Strand wohnen. Die Teilnehmer:innen suchen sich in den verschiedenen Bereichen der Location ihre Plätze, um den Sonnenaufgang zu erleben und zu fotografieren. Der Himmel ist leider praktisch wolkenlos. Dennoch taucht das erste Licht den Berg sowie die Dünen am Strand in ein schönes Leuchten.
Die Sonne steigt sehr schnell und schon nach kurzer Zeit wird das Licht flacher. Daher kehren wir bald zum Frühstück in unsere Unterkunft zurück. Anschließend holen wir den zu kurz gekommenen Schlaf nach.
Um 13:30 Uhr treffen wir uns wieder und fahren nach Norden zum Eystrahorn. Leider ist die kleine Wasserlache von einer zarten Eisschicht überzogen, die die erhoffte Spiegelung des Berges verhindert. Doch die Brandung an der Küste ist spektakulär und die Dynamik der Wellen lässt sich mit längeren Verschlusszeiten wunderbar einfangen.
Danach fahren wir zurück nach Stokksnes und verbringen den Sonnenuntergang erneut am Strand. Eine intensive Himmelsröte bleibt leider aus, doch dafür gelingt es uns, die Spiegelung des Vestrahorns im nassen Sand festzuhalten.
Am Abend bleiben wir erneut auf Standby für mögliche Polarlichtaktivitäten.
Gegen 22:00 Uhr erscheint ein schwacher grüner Schimmer am Himmel. Als er gegen Mitternacht etwas stärker wird, fahre ich mit ein paar Gästen auf die Halbinsel Stokksnes. Der Himmel ist inzwischen weitgehend grün gefärbt, allerdings ohne besonders ausgeprägte Strukturen. Wir machen einige Bilder und fahren anschließend wieder relativ früh zurück zur Unterkunft.
11.03.2026 -Hali - Stokksnes / Höfn
Nach einer erneut ruhigen Polarlichtnacht wollen wir die gewonnene Erfahrung im Umgang mit der Eisblock-Fotografie am Diamond Beach nochmals in die Tat umsetzen. Daher fahren wir um 06:30 Uhr erneut zum östlichen Parkplatz am Diamond Beach.
Auch heute liegen wieder viele „ideale“ Eisblöcke am Strand. Zudem sind bereits zahlreiche Besucher und Fotografen vor Ort. Die eingeplanten zwei Stunden vergehen wie im Flug, bevor wir zum Frühstück ins Hotel zurückkehren.
Anschliessend bleibt noch etwas Zeit zum Packen. Nach drei Tagen verlassen wir den Hof Hali und fahren die rund 75 km ohne Zwischenhalt nach Höfn. Nach einigen Tagen in der Natur haben wir hier wieder die Gelegenheit, in der Zivilisation ein paar Kleinigkeiten einzukaufen.
Von Höfn aus sind es nur noch etwa 15 Minuten Fahrt auf die Halbinsel Stokksnes, wo wir direkt am berühmten Strand übernachten werden. Nach einer kurzen Kaffee- und Kuchenpause fahren wir zum Strand, um die Location zu scouten. Vor Ort erkläre ich die verschiedenen fotografischen Möglichkeiten.
Nach einer kurzen Pause in der Unterkunft brechen wir zur Goldenen Stunde erneut auf. Die Wetterlage ist überraschend gut, doch zum Sonnenuntergang zeigen sich leider keine farbigen Wolken am Himmel.
Für die kommende Nacht stehen die Chancen auf Polarlicht jedoch recht gut. Die Wetterprognose deutet auf eine mögliche Sichtung hin – allerdings nur mit einem niedrigen KP-Wert und erst nach Mitternacht.
Unsere regelmässige Kontrolle des Himmels zeigt jedoch bereits um 22:00 Uhr erste grüne Bögen über dem Vestrahorn. Innerhalb von 15 Minuten sind wir warm angezogen und haben die Ausrüstung bereit.
Aufgrund der vorhandenen Brennweiten positionieren wir uns am Ende des Strandes und erleben dort mehrere unterschiedliche Polarlichtphasen. Gegen 01:00 Uhr kehren wir schliesslich in unsere Unterkunft zurück. Laut Auskunft der Unterkunftsleitung tanzen die Polarlichter allerdings noch bis etwa 04:00 Uhr weiter am Himmel.
10.03.2026 - Diamond Beach - Fjallsarlon
Die Wettervorhersage für den heutigen Morgen hat sich komplett gedreht. Bereits gestern Abend hatte ich festgestellt, dass ein schöner Sonnenaufgang möglich sein könnte. Deshalb fahren wir schon um 06:00 Uhr zum Diamond Beach. Der Himmel ist weitgehend frei und mit einigen schönen Wolken geschmückt. Es ist trocken, doch der Wind weht ziemlich stark.
Mit den Informationen aus dem gestrigen Briefing machen sich alle Gruppenmitglieder auf die Suche nach einem geeigneten Eisblock entlang der Küste. Wir sind relativ lange allein vor Ort. Mit Stiefeln oder Anglerhosen sind wir gut auf die regelmäßig weit auf den Strand schießenden Wellen vorbereitet. Kurz vor dem Ende unseres Fotoshootings erwischt uns jedoch noch eine Monsterwelle und sorgt bei einigen Teilnehmer:innen trotzdem für nasse Füße.
Wir sind rechtzeitig zum Frühstück wieder im Hotel und legen anschließend bis zur Mittagszeit eine Pause ein. Am Nachmittag fahren wir bei schönstem Wetter und Temperaturen um die 7 °C zur Fjallsárlón-Gletscherlagune. Die Lagune ist komplett zugefroren. Trotz der Hinweisschilder, die vor der Gefahr beim Betreten des Eisfeldes warnen, sind einige Besucher weit auf das Eis hinausgelaufen.
Gegen 15:00 Uhr treffen wir uns zum Mittagessen im kleinen Café. Auf der Rückfahrt stoppen wir noch einmal am Diamond Beach. Mit den Erfahrungen vom morgendlichen Shooting sind wir nun noch besser auf den zweiten Fotobesuch bei den Eisblöcken vorbereitet. Auch hier bleiben wir etwa anderthalb Stunden, bevor wir noch vor Sonnenuntergang zur Unterkunft zurückfahren.
Der Himmel zieht sich zunehmend zu, und das Licht wird immer flacher.
09.03.2026 - Ice Cave Hike - Breidamerkurjökull
Mit der Ice Cave Tour auf dem Vatnajökull-Gletscher steht heute eines der absoluten Highlights unserer Fotoreise auf dem Programm. Nach einem kurzen Frühstück um 07:00 Uhr treffen wir uns bereits um 07:30 Uhr im Base Camp von Glacier Adventure. Nach einer kurzen Analyse der Wetterbedingungen entscheiden wir uns – trotz vorhergesagtem Schneefall und später einsetzendem Regen – die Tour wie geplant durchzuführen.
Mit dem Superjeep fahren wir etwa 25 Minuten bis zu einem Parkplatz, der rund einen Kilometer von der Gletscherzunge entfernt liegt. Mit Microspikes an den Füßen und Steigeisen in der Hand beginnen wir unsere Wanderung. Den ersten Abschnitt bis zum Beginn des Gletschers legen wir in etwa 20 Minuten zurück. Dort wechseln wir auf die Steigeisen und setzen unseren Weg direkt über das Eis fort.
Von hier aus sind es noch rund zwei Kilometer bis zum Eingang einer beeindruckenden Eishöhle. Unser früher Aufbruch zahlt sich aus: Als wir ankommen, haben wir die Höhle zunächst ganz für uns allein und etwa eine Stunde Zeit, bevor die nächste Gruppe eintrifft.
Das Gefühl ist überwältigend – wir kommen uns vor wie in einem riesigen Kristallpalast. Die Wände leuchten in intensivem Blau, und das Licht bricht sich faszinierend in den geschwungenen Eisstrukturen. Insgesamt verbringen wir etwa eineinhalb Stunden in der Höhle, bevor wir den Rückweg antreten, zum Parkplatz zurückwandern und anschließend mit dem Superjeep wieder zur Unterkunft fahren.
Nach dem Mittagessen hat sich das Wetter deutlich verschlechtert und bleibt für den Rest des Tages unbeständig. Deshalb nutzen wir die Zeit, um unsere Fotos zu sichten und zu bearbeiten. Um 17:30 Uhr treffen wir uns zu einem Fotobriefing für den morgigen Besuch am Diamond Beach.
Leider ist für heute Abend kein klarer Himmel vorhergesagt – damit besteht auch keine Chance auf Polarlichter.
08.03.2026 - Hella - Vik - Kirjubaejarklaustur - Jökulsarlon
Auch der heutige Tag ist als Transfertag in den Südosten Islands geplant. Je nach Wetter und Lichtstimmungen legen wir unterwegs normalerweise mehrere kurze Fotostopps ein. Doch die heutigen Bedingungen mit starken Windböen, Schnee, Regen und Schneeregen laden überhaupt nicht zum Fotografieren ein. Deshalb beschränken wir uns auf kurze Stopps in Vík, Kirkjubæjarklaustur und Skaftafell.
So erreichen wir die Gletscherlagune Jökulsárlón bereits kurz nach 14:00 Uhr. Da es gerade weder schneit noch regnet, nutzen wir die trockene Phase für einen etwa einstündigen ersten Fotostopp an der Lagune. Gegen 15:30 Uhr fahren wir weiter und erreichen nach rund 10 Kilometern unser Hotel in Hali. Hier richten wir uns für die nächsten drei Übernachtungen ein.
Vor dem Abendessen treffen wir uns zu einer Begrüßungsrunde sowie zu einer kurzen Präsentation über das Reiseprogramm und die fotografischen Highlights der kommenden Tage. Gemeinsam analysieren wir außerdem verschiedene Apps und Webseiten, um die Polarlichtchancen für die Nacht einzuschätzen. Alles deutet auf ein mögliches Zeitfenster nach Mitternacht hin.
Pünktlich um diese Zeit prüfe ich den Himmel und entdecke schwaches, aber zunehmend stärker werdendes Polarlicht. Wie besprochen wecke ich alle Gäste, und wir nutzen ein etwa einstündiges Fenster, um in der Nähe des Hotels unser erstes Polarlicht auf dieser Reise zu fotografieren. Danach ziehen wieder Wolken auf, und wir gehen schlafen – schließlich wollen wir morgen früh zur Eishöhle im Vatnajökull-Gletscher aufbrechen.
07.03.2026 - Anreise der Teilnehmer:innen & Fahrt nach Hella
Nach meiner Übernachtung in der Nähe des Flughafens erwarte ich heute die Teilnehmer:innen der Fotoreise. Die Gäste reisen aus Boston, Kopenhagen, Frankfurt und Zürich an. Trotz der Sturmwarnung und zahlreicher Flugplanänderungen ist von unserer Gruppe nur der Flug aus Kopenhagen betroffen, der mit fast vier Stunden Verspätung in Keflavík landet.
Nach der Ankunft der letzten Teilnehmerin machen wir uns gegen 19:30 Uhr auf die rund 130 km lange Fahrt nach Hella. Da der Pass zwischen Reykjavík und Selfoss im Laufe des Tages viel Schnee abbekommen hat und die Straße als „difficult driving“ eingestuft wurde, wählen wir die Route über Grindavík entlang der Südseite der Reykjanes-Halbinsel. Gegen 21:30 Uhr treffen wir schließlich im Hotel ein.
Trotz der späten Ankunft werfe ich noch mehrmals einen Blick zum Himmel. Gegen 03:00 Uhr entdecke ich schwaches Polarlicht über dem Hotel – viel zu schwach, um die Gruppe nach der ohnehin schon kurzen Nacht zu wecken.
06.03.2026 - Fahrt zurück nach Keflavik
Heute muss ich den Golden Circle leider ohne das erhoffte Polarlichtfoto über dem Bruarfoss verlassen und mich auf den Rückweg nach Keflavík machen. Morgen wird die Gruppe der Amazing Views Fototour am Flughafen ankommen.
Nach dem Frühstück packe ich meine Sachen ins Fahrzeug und mache mich auf den Weg. Die Straßen zwischen dem Golden Circle und Selfoss sind stellenweise mit einer dicken Eisschicht überzogen – vorsichtiges Fahren ist angesagt. Ab Selfoss sind die Straßen bis nach Keflavík jedoch schnee- und eisfrei.
Gegen 11:30 Uhr kann ich bereits in meinem Hotel einchecken und die letzten Vorbereitungen für die morgige Reise treffen. Das Wetter zeigt sich wechselhaft: Immer wieder gibt es kurze Aufhellungen, die jedoch rasch von düsteren Schneewolken abgelöst werden. Im Laufe des Nachmittags nimmt der Wind deutlich zu.
Gegen 15:30 Uhr fahre ich zum Flughafen und tausche meinen 4×4-SUV gegen einen 9-Plätzer-Bus ein. Vor dem Abendessen fotografiere ich noch das kleine Haus gegenüber vom Hotel – mit den dramatischen Wolken des herannahenden Schneesturms im Hintergrund.
Gegen 20:00 Uhr sind plötzlich Sterne über uns zu sehen, doch die Wolkendecke schließt sich schnell wieder. Bei einem weiteren Blick in der Nacht kann ich ein wenig grünes Polarlicht durch die Wolken erkennen – viel zu schwach und zu kurz, um noch einmal loszuziehen.
Im Laufe der Nacht treffen erste Meldungen über mögliche Störungen im morgigen Flugbetrieb ein. Davon könnten auch die Teilnehmer meiner Fotoreise betroffen sein. Am Samstagmorgen werde ich die Lage beurteilen und die weiteren Pläne entsprechend anpassen.
05.03.2026 - Bruarfoss & Golden Circle
In der Nacht sinkt die Temperatur auf −5 °C und es beginnt intensiv zu schneien. Mein Wecker ist auf 06:00 Uhr gestellt, um zu prüfen, ob sich eine Fahrt zum Sonnenaufgang am Bruarfoss lohnt. Doch dunkelgraue Wolken und anhaltender Schneefall vereiteln jede Hoffnung auf eine interessante Lichtstimmung.
Also geht es zunächst zum Frühstück. Anschließend befreie ich mein Fahrzeug von Eis und einer rund zehn Zentimeter dicken Neuschneeschicht.
Gegen 10:00 Uhr lockert sich die Wolkendecke plötzlich etwas auf – es wird heller und der Schneefall lässt nach. Die Landschaft liegt unter einer makellosen weißen Decke. Ich packe meine Fotoausrüstung ins Auto und fahre los.
Die etwa drei Kilometer lange Zufahrtsstraße zum Parkplatz am Bruarfoss wurde bislang nur von einem einzigen Fahrzeug befahren. Am Parkplatz angekommen montiere ich meine Schuhspikes und gehe die rund 300 Meter bis zur Brücke über dem Wasserfall in zügigem Tempo – denn die dunklen Wolken nähern sich bereits wieder bedrohlich.
Ich bin ganz allein auf der Brücke und montiere Stativklemme und Kamera in Windeseile. Ohne andere Besucher sind auch längere Belichtungszeiten möglich, ohne dass Vibrationen die Aufnahmen stören. Nach etwa einem Dutzend Bildern wird der Schneefall jedoch wieder stärker und ich trete den Rückweg an.
Ich möchte die tief verschneite Zufahrtsstraße hinter mir lassen, bevor größere Busse eintreffen und kleinere Fahrzeuge an den Straßenrand in den Tiefschnee drängen.
Zurück auf der Hauptstraße fahre ich noch einmal nach Reykholt zum Einkaufen. Auf der Rückfahrt zum Hotel herrschen dichter Bodennebel und starker Schneefall. Die Sicht ist äußerst schlecht. Weißer Himmel, weiße Straße und weiße Landschaft verschmelzen zu einer einzigen Fläche ohne Struktur und Konturen.
Umso erleichterter bin ich, als ich nach etwa zwanzig Minuten Fahrt wieder am Hotel ankomme. Am Nachmittag schneit es weiterhin, mal stärker, mal schwächer. Ich bleibe deshalb im Hotel und nutze die Zeit für meine Büroarbeit.
Die Wettervorhersage für die Nacht ist etwas optimistischer. Gegen 20:00 Uhr soll der Schneefall nachlassen und bis etwa 01:00 Uhr ganz aufhören. Allerdings bleibt der Himmel laut Prognose vollständig bedeckt, sodass eine mögliche Polarlichtsichtung unwahrscheinlich ist. Trotzdem werde ich in regelmäßigen Abständen nach draußen schauen und prüfen, ob sich die Vorhersage tatsächlich bewahrheitet.
04.03.2026 - Bruarfoss & Golden Circle
Der abendliche Regen geht in der Nacht in Schneefall über, der auch am Morgen noch anhält und die Landschaft mit einer weißen Schicht überzieht. Deshalb verzichte ich auf die Fahrt zum Sonnenaufgang am Wasserfall und genieße stattdessen ein gemütliches Frühstück im Hotel.
Anschließend fahre ich in den kleinen Ort Laugarvatn, um einige Einkäufe zu erledigen. Trotz weiterhin sehr schlechter Wettervorhersage ändert sich die Wetterlage überraschend: Die Wolken lockern auf, der Schneefall hört vollständig auf und um die Mittagszeit scheint sogar die Sonne. Die Temperatur steigt auf etwa 5 °C.
Ich packe meine Fotoausrüstung ins Auto und fahre ein erstes Mal zum Brúarfoss. Der Parkplatz ist voll, und auch am Wasserfall tummeln sich zahlreiche Besucher. Das Fotografieren von der Brücke aus wird durch die vielen Menschen und die dadurch entstehenden Vibrationen zur Herausforderung. Mit etwas Geduld lassen sich dennoch Langzeitbelichtungen von etwa einer halben Sekunde realisieren. Nach ungefähr einer Stunde fahre ich weiter nach Reykholt. Auf der Hinfahrt am Vortag hatte ich dort eine kleine Kirche entdeckt, die ich heute fotografieren möchte.
Von dort aus fahre ich am Geysir vorbei zum Gullfoss. Dort möchte ich mir die Ausblicke von der neu gebauten Plattform am oberen Rand des Canyons ansehen. Aufgrund des starken Gegenlichts lasse ich die Kamera im Auto und verschaffe mir lediglich einen Überblick über die Gegebenheiten.
Danach kehre ich ins Hotel zurück und kümmere mich um die Bearbeitung der Bilder. Gegen 17 Uhr zeigen sich am Himmel sehr schöne Wolkenstrukturen, und ich beschließe, noch einmal zum Brúarfoss zu fahren. Der Parkplatz ist weiterhin gut besucht, doch am Wasserfall selbst sind deutlich weniger Menschen als am Nachmittag.
Vor Ort treffe ich Freunde, die ebenfalls gerade auf einer Island-Rundreise unterwegs sind. Der Himmel zieht jedoch immer weiter zu, die Wolken verlieren ihre Struktur und das Licht wird zunehmend flach. Daher verlassen wir den Brúarfoss bereits nach etwa einer halben Stunde und fahren zum Abendessen in meine Unterkunft. Neben dem guten Essen ist der Ort auch für sein selbst hergestelltes Eis bekannt.
In der Nacht lockert der Himmel immer wieder auf und Sterne werden sichtbar. Mehrmals prüfe ich den Himmel, doch Polarlichter kann ich keine entdecken. Die Aktivität ist in dieser Nacht ohnehin nicht besonders hoch.
03.03.2026 - Anreise (Vorreise)
Ich reise bereits einige Tage vor unserer offiziellen Amazing Views Island Fototour nach Island. Für drei Nächte werde ich in der Nähe des Brúarfoss im Golden Circle übernachten. Meine Hoffnung ist, diesen wunderschönen Wasserfall erneut zusammen mit Polarlicht fotografieren zu können.
Heute fliege ich mit Icelandair von Zürich nach Reykjavik. Der Flug verlässt Zürich pünktlich und erreicht Island nach einem ruhigen Flug ebenfalls planmässig.
Die Übernahme des Mietwagens dauert allerdings über 40 Minuten. Grund dafür sind Umbauarbeiten an den Mietwagenschaltern und ein provisorisch eingerichtetes Büro in einem Container ausserhalb des Flughafenterminals.
Gegen 17:00 Uhr halte ich endlich die Schlüssel in der Hand und fahre bei strömendem Regen und Temperaturen um die 5 °C los. Die Fahrt über Reykjavik und Selfoss zu meiner Unterkunft dauert etwa zwei Stunden.
Kurz nach 19:00 Uhr erreiche ich das Hotel. Anhaltender Regen und leichter Schneefall machen jedoch jede Hoffnung auf eine Polarlichtjagd in dieser Nacht zunichte.
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