04.01.2026 - Abreise
Nach einer kurzen Nacht treffen wir uns bereits um 04:30 Uhr, um die abreisenden Teilnehmer:innen zum Flughafen zu bringen. Dort herrscht um diese frühe Stunde bereits reger Betrieb. Gegen 05:15 Uhr kehre ich wieder in die Unterkunft zurück.
Am Nachmittag erwarte ich die neue Gruppe zur Island-Polarlicht-Fotoreise im Golden Circle – der Beginn eines weiteren spannenden Reiseabschnitts.
03.01.2026 - Snaefellsnes - Reykjavik - Gardur
Leider heißt es heute Abschied nehmen von unserem wunderschönen Aufenthaltsort Grundarfjörður. Nach einer klaren, kalten Nacht zeigt das Thermometer am Morgen frostige –6 °C. Nach dem Frühstück packen wir unsere Sachen, beladen den Bus und machen uns pünktlich um 10:00 Uhr auf den Rückweg nach Keflavík.
Schon wenige Kilometer östlich von Grundarfjörður sinkt die Temperatur auf –9 °C, und in der offenen Ebene auf der anderen Seite des Passes fallen die Werte sogar auf –12 °C. Nach etwa einer Stunde Fahrt legen wir unseren ersten Fotostopp bei einer abgelegenen Hofkirche ein – still, schlicht und eingebettet in die winterliche Landschaft. Ein weiterer, ungeplanter Halt ergibt sich bei einer kleinen Kirche außerhalb von Borgarnes, die uns spontan zum Anhalten verführt.
In Borgarnes machen wir unsere Mittagspause, bevor wir die Fahrt fortsetzen und Akranes erreichen. Im Hafen besuchen wir ein altes Schiffswrack, das im fantastischen Licht des Nachmittags beinahe golden schimmert – ein eindrucksvoller Anblick. Nur wenige hundert Meter weiter liegen die beiden Leuchttürme an der Küste, bei denen wir einen weiteren Fotostopp einlegen.
Gegen 15:00 Uhr verlassen wir Akranes und begeben uns auf die letzte Etappe: eine knapp eineinhalbstündige Fahrt nach Garður, unweit des Flughafens. Gegen 17:00 Uhr erreichen wir unsere letzte Unterkunft.
Auch heute sind die Voraussetzungen für Polarlichter zunächst vielversprechend. Doch je später der Abend wird, desto weiter wird der Aktivitätslevel heruntergestuft. Ich beobachte den Himmel bis gegen Mitternacht – vergeblich. Kein Leuchten zeigt sich am Firmament, und auch die magnetischen Aufzeichnungen bleiben ohne nennenswerte Ausschläge.
Ein stiller, ruhiger Abschluss eines eindrucksvollen Reisetages.
02.01.2026 - Stykkishólmur - Grundarfjördur - Kirkjufell
Nach den Ausflügen in den Westen der Halbinsel Snæfellsnes wenden wir uns heute ostwärts. Gegen 10:30 Uhr brechen wir auf und legen die rund 40 Kilometer nach Stykkishólmur zurück. Das Wetter zeigt sich von seiner besten Seite: wolkenloser Himmel, klare Sicht. Die Temperaturen sind deutlich unter den Gefrierpunkt gefallen – das Display im Auto zeigt −5 °C an, und ein leichter Wind lässt die Kälte noch schärfer wirken.
Kurz vor Stykkishólmur biegen wir ab zur wunderschönen Helgafellskirkja. In der klaren Winterluft üben wir uns eine Weile in Architekturfotografie und genießen die Ruhe dieses Ortes. Wenige Minuten später erreichen wir den Küstenort selbst, von dessen Hafen aus auch die Fähre in die Westfjorde ablegt. Wir schlendern durch das historische Zentrum, erkunden den Hafen und besuchen die moderne Kirche, die hoch über dem Ort thront und einen weiten Blick über die Bucht bietet.
Nach einer späten Mittagspause fahren wir zurück in Richtung Grundarfjörður. Unterwegs halten wir immer wieder an, um Islandpferde entlang der Straße zu fotografieren. Kurz vor dem Ort wird der Damm über die Meeresbucht zu einem weiteren Highlight – besonders aus der Luft entstehen mit der Drohne grafische, fast abstrakte Bilder.
Da sowohl die Polarlichtaktivität als auch die Wettervorhersage für die Nacht vielversprechend sind, machen wir uns später erneut auf den Weg zum Kirkjufell. Entlang der vereisten Lagune scouten wir mögliche Fotostandpunkte, an denen sich der markante Berg im Eis spiegelt. Vor dem Abendessen bleibt noch etwas Zeit zur Erholung.
Doch schon während des Essens zeigen sich über der Stadt die ersten zarten Polarlichtbögen. Um 19:30 Uhr stehen wir wieder mit voller Fotoausrüstung am Kirkjufellsfoss und beziehen die am Nachmittag erkundeten Positionen. Der Vollmond taucht die Landschaft in ein silbriges Licht. In mehreren Schüben spannen sich imposante Polarlichtbögen über den Himmel – ein Schauspiel von intensiver Schönheit. Nach zahlreichen Ausbrüchen entscheiden wir uns gegen 23:00 Uhr für die Rückfahrt zur Unterkunft, wohl wissend, dass die Nacht vielleicht noch weitere Überraschungen bereithalten würde.
01.01.2026 - Rif - Hellnar - Kirkjufell
Trotz der langen Polarlichtnacht fahren wir nach dem Frühstück um 9:45 Uhr zur kleinen Kirche in Rif. Wie erwartet präsentieren sich der Snæfellsjökull mit Vulkan und Gletscher heute frei von Wolken, während der Himmel zum Sonnenaufgang in zarten Rosatönen leuchtet. Die Himmelsröte zeigt sich jedoch nur kurz, denn schon bald ziehen von Westen Wolken auf.
Im Gegensatz zu unserem Besuch vor zwei Tagen sind wir heute ganz allein. Die beleuchtete Kirche vor der imposanten Bergsilhouette wirkt besonders eindrucksvoll. Als die Farben am Himmel verblassen, fahren wir zurück Richtung Ólafsvík und legen einen Stopp beim alten Schiffswrack Sandgerði ein, das einsam auf dem schwarzen Sandstrand liegt.
Anschließend umrunden wir die Westspitze der Halbinsel und erreichen den kleinen Ort Hellnar. Dort fasziniert uns die hübsche alte Kirche, deren Lage an der Steilküste vor der weiten Bucht und den schneebedeckten Bergen in der Ferne einmalig ist. Von Hellnar nach Arnarstapi sind es nur wenige Kilometer. Hier machen wir Mittagspause, bevor wir gegen 15:30 Uhr über den Pass zurück nach Grundarfjörður fahren.
Kurz vor unserem Ziel färbt sich der Himmel erneut rosa. Am Viewpoint vor Grundarfjörður halten wir noch einmal an und fangen die wunderschöne Dämmerungsstimmung mit dem Kirkjufell ein. Direkt nach dem Abendessen zeigt sich über der Stadt der erste Polarlichtbogen. Um 20:00 Uhr fahren wir erneut zum Kirkjufell und können die grüne Lichtershow am Himmel fotografieren. Mehrere Bögen spannen sich über den Berg und spiegeln sich in den Wasserflächen.
Mit der Zeit ziehen jedoch immer mehr Wolken auf, Sterne sind bald nicht mehr sichtbar. Bereits um 21:30 Uhr kehren wir in unsere Unterkunft zurück. In der Nacht beobachte ich den Himmel noch mehrmals und kann erneut Polarlichter sehen. Doch der Mond wandert zunehmend in dieselbe Richtung und hellt den Himmel so stark auf, dass die Erscheinungen schließlich verblassen.
31.12.2025 - Budir Kirche - Arnarstapi - Londrangar
In der Nacht überprüfe ich mehrfach den Himmel, kann jedoch kein Polarlicht erkennen. Auch die Apps sowie die Webseite des Magnetischen Instituts Islands zeigen keine relevanten Ausschläge.
Wir frühstücken um 08:30 Uhr und starten um 09:45 Uhr zum Sonnenaufgang. Das Tagesziel ist die Südküste der Halbinsel Snæfellsnes. Bereits auf dem Pass von der Nord- zur Südseite zeigen sich intensive Farben am Himmel.
Erster Halt ist die schwarze Holzkirche von Búðir-Kirche. Wir erleben dort nahezu alleine den Sonnenaufgang und bleiben bis zum Ende der Goldenen Stunde. Mit dem Eintreffen der ersten Reisebusse setzen wir die Fahrt fort.
Anschließend erreichen wir Arnarstapi. Nach einem kurzen Kaffeestopp wandern wir zum Felsbogen Gatklettur. Das Licht der tief stehenden Sonne beleuchtet die Frontseite des Seastacks. Wir folgen dem Küstenwanderweg bis zum Hafen. Dort befinden sich mehrere Felstürme im Wasser sowie ein kleines weißes Haus mit Blick auf den Snæfellsnes-Gletscher und den Stapafell. Nach etwa zehn Minuten Fußweg kehren wir zum Parkplatz zurück.
Die Fahrt zur Sonnenuntergangs-Location bei den Felstürmen von Lóndrangar dauert rund zehn Minuten. Mit Langzeitbelichtungen halten wir die Abendstimmung und die Meeresbewegung fest. Auch während der Rückfahrt entlang der West- und Nordküste von Snæfellsnes bleibt die rötlich-rosafarbene Himmelsfärbung noch lange sichtbar.
Nach dem Abendessen sind die Polarlichtbedingungen moderat, jedoch nicht eindeutig. Ich führe regelmäßige Kontrollchecks durch und gehe wiederholt in die Hafenbucht. Gegen 22:00 Uhr ist ein erster grüner Bogen über dem Kirkjufell erkennbar. Ich informiere die Gruppe, und wir fahren gemeinsam dorthin.
Bei der Ankunft ist zunächst kaum Aktivität sichtbar. Wir bleiben jedoch bis etwa 02:15 Uhr und erleben mehrere intensive Polarlichtphasen. Um Mitternacht sehen wir zudem das Silvesterfeuerwerk über Grundarfjörður. Nach der Rückkehr ins Hotel stoßen wir gemeinsam auf das neue Jahr an.
30.12.2025 - Kirkjufell - Rif - Hellisandur
Nach einer Nacht ohne Polarlicht frühstücken wir in Ruhe und bereiten uns auf den Tagesausflug vor. Um 10:15 Uhr fahren wir los. Unser erstes Ziel ist erneut der Kirkjufell mit dem Kirkjufellsfoss bei Grundarfjörður.
Zu Beginn der Fahrt ist der Himmel noch aufgelockert, doch bereits wenige Minuten später, auf dem Parkplatz der Sehenswürdigkeit, setzt Nieselregen ein. Wir warten kurz ab und gehen anschließend zum Viewpoint unterhalb der Wasserfälle. Eine Himmelsröte über dem Berg zeigt sich nicht. Erst nach dem Sonnenaufgang um 11:35 Uhr ist in einigen Wolken etwas Farbe zu erkennen. Zwischen kurzen Nieselregenschauern bleibt es überwiegend trocken, sodass wir einige Langzeitbelichtungen machen können.
Gegen 12:30 Uhr fahren wir weiter nach Ólafsvík und legen dort eine Mittagspause ein. Anschließend geht es nach Rif, wo wir das Schiffswrack der Sandgerði am Strand fotografieren wollen. Aufgrund von tiefen Wolken, Nebel und leichtem Regen ändern wir den Plan und fahren stattdessen zur Kirche von Rif. Auch hier sind die Wetterbedingungen ungünstig, zudem ist der Bereich stark besucht. Wir machen einige Aufnahmen und setzen die Fahrt fort.
In Hellissandur besichtigen wir einen großen Gebäudekomplex mit umfangreicher Graffiti-Gestaltung, der viele Fotomotive bietet. Kurz nach 15:00 Uhr fahren wir zurück nach Grundarfjörður. Unterwegs beobachten wir die Wolken- und Lichtverhältnisse im Hinblick auf einen möglichen Sonnenuntergang, ohne dass sich geeignete Bedingungen ergeben. Gegen 16:00 Uhr erreichen wir die Unterkunft und widmen uns der Bildsichtung.
29.12.2025 - Gardur - Reykjavik - Snaefellsnes
Alle Polarlichtchecks in der Nacht bleiben zunächst negativ. Erst gegen 06:00 Uhr zeigt sich über Gardur ein sehr schwacher grüner Schimmer, gerade ausreichend für einige Testaufnahmen, bevor sich die Wolkendecke wieder schließt.
Nach einem frühen Frühstück beladen wir um 09:00 Uhr den Bus. Die Abfahrt erfolgt noch im Dunkeln. Über Reykjavik fahren wir rund 1:45 Stunden bis Borgarnes. Während der Fahrt setzt die Dämmerung ein, wird jedoch durch tiefhängende Wolken und Nebel stark gedämpft.
Die geplante Mittagspause entfällt, da das Café trotz veröffentlichter Öffnungszeiten geschlossen ist. Snacks aus dem Fahrzeug ersetzen die Pause. Anschließend überqueren wir den Pass auf der Straße 56 und stoppen für eine Fotosession am Selvallafoss. Starker Wind und Temperaturen um den Gefrierpunkt erschweren die Arbeit mit dem Stativ deutlich. Nach etwa 45 Minuten setzen wir die Fahrt fort.
Am Nachmittag erreichen wir Grundarfjördur und fahren trotz schwacher Lichtverhältnisse zum Kirkjufell und Kirkjufellsfoss. Zu Beginn ist der Ort wenig besucht, füllt sich jedoch kurz vor Sonnenuntergang rasch mit Reisebussen. Seit dem letzten Besuch steht am Hauptstandpunkt eine Eisenplattform, die durch Wind und Besucherbewegungen stark vibriert. Stative sind dort kaum einsetzbar, insbesondere für Langzeitbelichtungen und mögliche Polarlichtaufnahmen. Wir weichen daher auf alternative Standorte aus.
Gegen 16:30 Uhr beziehen wir unsere nahegelegene Unterkunft. Vor dem Abendessen führen wir die kurze Einführung zur Reise- und Polarlichtfotografie durch, die am Vortag ausgefallen ist. Die anschließende Überprüfung der Polarlichtprognosen führt zu einer „Wait-and-See“-Entscheidung. Bis nach 02:00 Uhr zeigen weitere Kontrollen keine sichtbare Polarlichtaktivität.
28.12.2025 - Ankunft
Der heutige Tag beginnt zunächst ruhig, da die restlichen Teilnehmer:innen erst gegen 16:00 Uhr eintreffen sollen. Doch schon am Vormittag zeichnet sich ab, dass es bei der Anreise der Gäste aus Zürich zu Problemen kommen wird. Ihr Hinflug kehrt bereits wenige Minuten nach dem Start zum Flughafen Keflavík zurück. Nach einem Flugzeugwechsel hebt die Maschine erneut ab – allerdings mit mehr als zwei Stunden Verspätung. Schnell ist klar, dass die Gäste aus Zürich nicht wie geplant um 16:00 Uhr, sondern erst gegen 19:00 Uhr ankommen werden.
Das Thermometer steigt heute auf 7° C an und der erwartete Regen bleibt weitgehend aus. Es bleibt aber trüb, bewölkt mit Nebelphasen. Um Sonnenaufgang (ca. 11:30 Uhr) und Sonnenuntergang (ca. 15:40 Uhr) gibt es kurze Auflockerungen mit farbigen Wolken und interessanten Lichtstimmungen.
Bei Tageslicht nutze ich die Zeit, um unser Fahrzeug zu überprüfen und einige Büroarbeiten zu erledigen. Gegen 15:30 Uhr fahre ich zum Flughafen, um die Gäste vom Flug aus Frankfurt abzuholen, und bringe sie anschließend ins Hotel.
Um 18:30 Uhr machen wir uns schließlich zu fünft erneut auf den Weg zum Flughafen, um die verspäteten Gäste aus Zürich in Empfang zu nehmen. Vom Flughafen fahren wir direkt zum gemeinsamen Abendessen in Keflavík, bevor wir gegen 21:00 Uhr – nach einem langen und ereignisreichen Tag – schließlich in unserer Unterkunft ankommen.
27.12.2025 - Vorreise
Die Anreise einen Tag vor Beginn der Fotoreise gibt mir die Möglichkeit, vor Ort alle letzten logistischen Vorbereitungen zu treffen, bevor die restlichen Reisegäste eintreffen. Direkt nach meiner Landung am Flughafen Keflavík übernehme ich unseren Kleinbus
Am Flughafen warten bereits zwei Gäste, die ebenfalls frühzeitig angereist sind. Gemeinsam fahren wir zu unserer Unterkunft, die etwa 11 Kilometer vom Flughafen entfernt liegt.
Peter Fischer - Schaffhauserstrasse 105 - 8302 Kloten - Switzerland
Tel: +41 (79) 927 77 63 - E-Mail: [email protected] - Web: www.freiraum-fotografie.ch
